Montag, 30. Mai 2011

"Picknick mit Fummel"




Im Sommer erwache ich jeden Morgen pünktlich und auf die Minute das erste Mal um 5:21 Uhr. Ich stehe natürlich nicht auf. Es ist aber Zeit, gedanklich mein neues Buch weiterzuschreiben, mir neue Rauschmittel auszudenken, ein bisschen Panik wegen des Eintagladens zu bekommen oder herum zu grübeln.
Heute ging es um folgendes:
Als ich vor vielen Monaten den Artikel "Handmade in Darmstadt" für das Lieblingsmagazin schrieb, befürchtete ich ein wenig, über olle Kamellen zu berichten. So kann man sich täuschen. In den größeren deutschen Medien findet die Handmade-Welle und die Rückbesinnung auf "erdige" und traditionelle Handwerke gerade erst statt. Begründet wird das gern mit einer Frustration der modernen Technik gegenüber, wegen Störfällen wie beispielsweise in Japan.
Hallo??? Wieso haben die uns die letzten sieben Jahre lang nicht bemerkt?
Vielleicht weil der Mensch an sich ein langsames Wesen ist. Philanthrop Veranlagte mögen es "Gewohnheitstier" nennen. Hinter vorgehaltener Hand flüstern andere das Wort "Ignoranten". Zwar kann man seine Gewohnheiten mit 28-tägiger Konsequenz brechen und erneuern, aber das funktioniert vielleicht nur mit Joggen, Wasser trinken und Zahnspange tragen. Das Leben umzustellen und seine wirklichen Werte zu überdenken, so etwas dauert wohl doch Jahre. Bei manchen soll es bis nach Eintritt des Todes währen. Nun ja.
Also feiern wir es, dass traditionelles Handwerk, handmade und soziales Kapital langsam, ganz langsam wieder Einzug halten in die deutschen Stuben.

Wir hier im Heimatstädtchen sind da ein bisschen flotter. Weil wir entdeckt haben, wie viel Freude das alles machen kann, wenn man beispielsweise die Stadt dazu aufruft, die größte Picknick-Decke zu nähen, so wie wir es letzten Samstag taten (Berichte dazu folgen). Oder was sich für ein dufter Nachmittag entfaltet, wenn sich 15 Mädels (naja, okay: Frauen) im Garten treffen, eine jede mit Speisen für das Buffet und einer Tasche voller Klamotten beladen - zum Tauschen oder Verkaufen. Wir hatten so viel Spaß - und haben dabei noch etwas für unseren Planeten getan. Unbedingt nachahmenswert!














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