Samstag, 21. Mai 2011

Huch!



So stand er also. Und wurde zum Lehrstück der Enttäuschungen des Lebens. Das Töchterchen, und auch einige Freundinnen, die ebenfalls tagelang an einem Stuhl bastelten, wurden damit konfrontiert, dass tagelange Mühen nicht einmal Erwähnung finden, weil immer nur die Sieger gekürt werden.
Als Mama würde ich diese Dinge so gern fernhalten, große Schutznetze aufspannen und herumflatternde Enttäuschungen mit überdimensionalen Keschern weghaschen. Doch ich hörte mich nur sagen: Kinder, so ist das Leben. Und ich kam mir doof dabei vor.

Der Stuhl selber war wunderbar!
10 Sätze hatte das Töchterchen aufgestellt und wir hatten sie gemeinschaftlich versucht umzusetzen.

Mein coolster Lesesessel lässt mir ein Licht aufgehen.
Mein coolster Lesesessel entführt mich in eine eigene Welt. (der üppige Himmel)



Mein coolster Lesesessel liest mir vor, wenn ich müde bin.
Mein coolster Lesesessel bewahrt mich vor Schund.
Mein coolster Lesesessel steht am Strand.
Mein coolster Lesesessel ist mobil.


Mein coolster Lesesessel ist so warm und weich wie ein bester Freund.
Mein coolster Lesesessel hat immer eine Tasse Tee für mich.



Zum Trost gewann sie bei einem Preisausschreiben eine coole blaue Tasche mit drei weißen Streifen, die die Mama auch gern hätte, gefüllt mit Büchern.

Noch einige Stimmen aus dem Off zum 1. Darmstädter Jugendliteraturfestival "Huch - ein Buch" selber:

"Schade, dass die beiden Männer (Jaromir Konecny und Tobias Elsässer) ihre richtigen Texte nicht vorlesen konnten, weil so viele Kleine da waren." (Das fand die Mama eigentlich auch. Aber der Kompromiss war trotzdem gut.)

"Denkt die, wir sind doof?" (Nadja Budde fragte, ob die Kinder Berlin und die Mauer kennen würden und sagte dann, sie würde ihr Kapitel trotzdem vorlesen.)

"Toll!" (Jana Scheerer las aus "Mein innerer Elvis" und Preslisa spielte Elvissongs auf der Ukulele. Das Töchterchen amüsierte, dass die Protagonistin dieses lustigen Buches eine dicke Antje ist. Der Mama trieb Preslisas Stimme die Tränen in die Augen.)

"Mama, du bist peinlich." (Am Ende gab es eine Disko. Des Töchterchens erste "Richtige". Die Mama war sehr gerührt und missbrauchte das Wort "süß" unzählige Male. Mittanzen durfte sie nicht, versuchte es aber trotzdem.)

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