Donnerstag, 3. März 2011

Handarbeiten


Dass sich Mitte der 1990er viele Künstler traditioneller Handarbeiten wie Häkeln, Nähen, Stricken, Sticken oder Filzen annahmen, fand einen Grund in der Sehnsucht nach Entschleunigung, nach dem Analogen, dem Fühlbaren, dem Materiellen und Körperlichen. Mit den Händen zu arbeiten oder sie zu benutzen, um etwas zu produzieren - egal ob Kunstvolles oder Kommerzielles - ist einfach eine Lust und verschafft endlose Befriedigung. (Und vielleicht sollten sich doch einmal die Männer an die Nadeln wagen. Sie wären überrascht und verstünden vielleicht so einiges). Wie richtig diese eingeschlagene Richtung war, zeigt die Handmade-Explosion, die seit Mitte der 2000er Jahre ihre Wellen über den Globus schickt. Inzwischen hat sich auch in die Handwerkskünste die Technik geschlichen. So gibt es beispielsweise blinkende Stickereien, sprechende Häkelroboter, sich selbst vergrößernde Taschen, musikspielende Strickpullover - also endlose Möglichkeiten moderne Spieltriebe auszuleben.

Mir ist ja die klassische "Oma-Varienate" die liebste. Neu interpretiert, einen Schuss trockenen Humors dazu, etwas gewagter kombiniert - aber eben romantisch, liebevoll, "oh, wie süß"-Ausrufe hervorlockend.

Die Queen dessen ist Tif aus Seattle, deren Arbeiten in ihrem Blog Dottie Angel bewundert werden können.



Wundervoll charmant und eigentlich eher Kunst als Kommerz sind die Arbeiten von Rosa Marrero. Eben dieser einzigartige Schuss Humor. Schön.






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