Mittwoch, 21. September 2011

Die Hokkaidos von heute

Ich gehe nicht sehr gern einkaufen. Jedes Mal überwältigt mich die Vielfalt der Supermärkte dermaßen, dass ich letztendlich vor lauter Schreck immer dasselbe kaufe.
(Diese Unart versuche ich dann zuhause mit unterschiedlichen Zubereitungsarten und Gewürzen auszugleichen. Eigentlich müsste mir das ja in den Genen liegen, so als ehemaligem Zonenkind.)
Weil ich nicht gern einkaufen gehe, wäre mir auch beinahe gar nicht aufgefallen, dass die Lebkuchen schon Einzug hielten. Und ich hatte noch überlegt, ob es sich lohnt, die Sommerjacken an der zu engen Garderobe für ein Weilchen noch hängen zu lassen.
Also doch, nun ist es wohl Herbst da draußen, denn die Lebkuchen sind da. (Warum tun sich die Menschen das an? Warum verkürzen sie sich dermaßen die Zeit? Und was essen sie Weihnachten?)
Zum Glück sah ich dann noch die Kürbisse hinter all dem würzigen Gebäck. Kürbisse mag ich gern, besonders die Hokkaidos.
Was machen eigentlich diese Bärtigen hier in diesem Post?




Das sind quasi auch Hokkaidos - gewesen, muss man fast sagen. Sie sind beinahe ausgestorben - seltsame Vorstellung, dass Menschen-Sorten aussterben, okay, die Neandertaler sind es auch, aber von denen findet man selten ein Foto, höchstens noch das Gen der roten Haare. So, wie auch der geliebte Mann das Gen der Rothaarigen trägt.
Er trug auch gestern das seltsam-interessante Buch "Das Bild der Völker" ins Zuhause. Darin fand ich diese Bärtigen, das (nun also unter Artenschutz stehende) Volk mit dem stärksten Haar- und Bartwuchs der Erde. Sie sind übrigens Ureinwohner der japanischen Inseln und heißen eigentlich Ainus. Zuletzt sah man sie auf der nördlichsten der Inseln - auf Hokkaido.
Und von da kommt eben auch mein Lieblingskürbis her. Aus so einem koche ich jetzt eine schnelle Suppe (sobald ich ihn zurück erobert habe).



Rezept meiner schnellen Hokkaido-Suppe:
Eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe in Butterfett anbraten. Zucker darüber und ein bisschen karamellisieren lassen. Mit etwa 1 Liter Gemüsebrühe ablöschen. Ein, zwei Karotten, einen kleinen (oder halben) Hokkaido (mit Schale, aber ohne Kerne) und fünf, sechs Kartoffeln in Würfel schneiden und zur Brühe geben. Superklein geschnittenen Ingwer (ein etwa walnussgroßes Stück) dazu geben. Einen Apfel in Scheiben schneiden und auch dazugeben. Kochen bis alles weich ist (vielleicht 15 bis 20 Minuten). Etwas Sahne angießen und das Ganze pürieren. Mit Salz, Pfeffer, eventuell Muskat und Zimt abschmecken. Fertig.

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