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Montag, 11. Januar 2016

Far Above The World – Mach´s gut, Major Tom – zum Tod von David Bowie

Die Zeile mit der Nachricht liegt direkt vor meinen Augen, doch ich kann sie nicht glauben: David Bowie ist tot! Fassungslos starre ich darauf. Eine Träne läuft meine Wange hinunter. Dabei bin ich gar kein liebender Fan, war nie auf einem seiner Konzerte, habe mir keines seiner Alben gekauft. Nur eines besitze ich. Changes. Auf Kassette. Trotzdem gehörte David Bowie in mein Leben, in meine kleine Familie. Dass er jetzt ging, ist unendlich traurig. Ich öffne ein neues Dokument und schreibe, versinke in Erinnerung:  


Jeden Morgen eines jeden Wochentags saßen wir im „Herdenkutsche“ genannten gelben Kangoo. Wir waren umgezogen und für ein halbes Jahr, bis zum ersten Schultag des Töchterchens und des Söhnchens Krippe-Kindergarten-Wechsel ins neue Viertel, mussten wir zur angestammten Kindertagesstätte zehn Kilometer mit dem Auto fahren. Das hätte doof sein können. Es war sehr früh, wir drei noch müde und die Straßen berufsverkehrverstopft. Doch es wurde jedes Mal eine gemeinsame wunderbare halbe Stunde. 
„Mama, das Astronautenlied!“, krähte allmorgendlich das dreijährige Söhnchen aus dem Kindersitz direkt nach Anschnallen und Motoranlassen.
Ich schob die Kassette ins Kassettendeck. Es hudelte einige Sekunden etwas altersschwach. Doch dann durften wir aufatmen. Beides funktionierte noch.
„Pst!“, machte das Töchterchen.
„Weiß ich doch“, wisperte das Söhnchen.
Der Motor ratterte blechern, das Lied begann sehr leise. Ich stellte es jedes Mal zu laut.
„Jetzt setzt er den Helm auf“, raunte es unisono auf der Rückbank.
„Drei, Zwei, Eins, Start“, flüsterte es.
„Jetzt fliegt er los!“, schrie das Söhnchen und ich regelte schnell die Lautstärke nach unten.
Eine Weile schwiegen wir.
„Jetzt steigt er aus, stimmt´s Mama?“, krähte das Söhnchen.
„Ja, jetzt steigt er aus und fliegt ganz alleine in die Sterne“, erklärte das Töchterchen.
„Weil er so Sehnsucht hat, stimmt´s Mama?“, wusste das Söhnchen.
„Obwohl ihn seine Frau ganz dolle liebt“, flüsterte das Töchterchen. „Und obwohl er wusste, dass er sterben wird.“
„Er wollte lieber zu den Sternen fliegen, als auf der Erde leben“, erklärte das Söhnchen.
Dann war das Astronautenlied zu Ende.
„Noch mal!“, schrieen die beiden von hinten.
Ich spulte zurück. Dreimal schafften wir es, dem Song zu lauschen. Jeden Morgen. Ein halbes Jahr lang.
Danke, David Bowie!
Mach´s gut, Major Tom! 
Ich werde dich nie vergessen.

Montag, 4. August 2014

Searching For Sugar Man

"Wer ist das?", fragte ich meine Freundin im letzten Herbst.
Sie war für einige Zeit zu Besuch, lebt ansonsten in Sydney. Aus den Lautsprechern im Haus ihrer Eltern kam Musik, die ich nicht kannte, die mich aber sofort ganz tief berührte.
"Rodriguez", antwortete meine Freundin.
Von dem hatte ich noch nie gehört.
"Da bist du nicht die einzige. Niemand in Europa oder Amerika kennt ihn, aber bei uns und in Südafrika ist er ein Superstar."
Als wir zu Weihnachten nach Sydney kamen, hatte sie die CD für mich gekauft. Ich freute mich sehr. Seitdem begleitet uns die Stimme und die Worte Rodriguez´ durch die Tage und selbst das 16jährige Töchterchen singt begeistert mit.


Sixto Rodriguez ist Amerikaner. Mit seiner Gitarre zog er durch die eher abgehalfterten Viertel Detroits und trat in schmierigen Clubs auf. Dort sang er mit dem Rücken zum Publikum. Anfang der 70er brachte er zwei wunderbare Alben heraus: poetisch, ehrlich, verblüffend und sehr sehr klug. Aber niemand wollte die hören. Also arbeitete er weiter auf dem Bau.
Hinter den Mauern, die die Apartheit um Südafrika aufgebaut hatte, wurde er währenddessen unbemerkt zum Superstar. Eine eingeschmuggelte Kassette brachte die Texte in das gebeutelte Land. I Wonder wurde zur Hymne, das Album Cold Fact vielleicht millionenfach verkauft. Doch bis auf das Bild auf dem Cover, gab es keine weiteren Lebenszeichen des Sängers. Irgendwann kursierten die Gerüchte, Rodriguez sei lange tot, hätte sich während seines letzten Konzerts auf der Bühne erschossen oder wahlweise auch angezündet. Was Legenden eben so machen.


Dieser Legende auf die Spur kommen, wollte der schwedische Regisseur Malik Bendjelloul Ende der 90er Jahre. Also schickte er die südafrikanischen Musiker und Journalisten, Stephen "Sugar" Segermann und Craig Bartholomew Strydom, auf die Suche. Anhaltspunkte gab es eigentlich keine. Nur einen Satz im Song Inner City Blues ließ sie stutzen: "Met a girl from Dearborn, early six o'clock this morn. A cold fact." Dearborn ist eine Stadt in unmittelbarer Nähe von Detroit, der Stadt des Motown-Labels. Detroit, wo Rodriguez unendlich bescheiden lebte und noch immer auf dem Bau arbeitete. Sie holten ihn "nach Hause" auf die Bühne, wo er vor komplett ausverkauften Hallen seine Musik einem frenetischem Publikum schenkte. "Danke, dass ihr mich am Leben gehalten habt", sagte er zum Schluss, während alle, alle weinten. Das Geld seiner Auftritte schenkte er seinen Töchtern und wohltätigen Einrichtungen.
Mit Searching for Sugar Man entstand ein absolut berührender Film, der die unfassbare Geschichte Rodriguez´ erzählt. Dafür bekam Malik Bendjelloul im letzten Jahr einen Oscar. Gestern hatte ich das große Glück diesen Film schauen zu dürfen. Er hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich heute darüber schreiben muss. Wie ein leises wehes Glück zieht dieser Eindruck durch meinen Bauch und ich hoffe, er bleibt noch etwas. Denn diese Geschichte ist etwas, das meiner Meinung nach das Leben ausmacht. Dazu gehört aber auch, dass sich der Regisseur, der uns dieses berührende Märchen, diese fantastische Geschichte schenkte, vor gut 2 Monaten mit 36 Jahren das Leben nahm. R.I.P.

If there was a word
But magic's absurd
I'd make one dream come true

It didn't work out 
But don't ever doubt
How I felt about you

But thanks for your time
Then you can thank me for mine 
And after that's said
Forget it

Montag, 10. Dezember 2012

Frau Herden auf einem Konzert – Everlast

So, gestern war es endlich soweit, ich wollte meinem elenden Kränkeln endlich die Schranken weisen. Auch wenn ich wusste, dass ich es am heutigen Tag bereuen würde (was ich nicht kann, obwohl es mich gesundheitlich zurückwarf). Wir besuchten das Konzert von Everlast.
Die meisten kennen wahrscheinlich den Song What its like von ihm (zumindest diejenigen, die in meinem Alter sind, ;-). Vor etwa 13 Jahren sah ich ihn auf dem Southside Festival, ja, und fand ihn ganz schön toll, nicht nur wegen dieser Stimme.
Als ich die Konzertplakate im Heimatstädtchen entdeckte war klar, ich möchte hingehen. Wir waren da. Ich wusste ja schon, dass Menschen sich sehr verändern können. Und oft erfährt man sein eigenes Alter schmerzlich, wenn man jemanden von früher wiedersieht. Trotzdem war ich erst einmal erschrocken. Mister Erik Schrody ist nämlich nur 2 Jahre älter als ich. Aber wie gesagt, erst einmal. Denn dann stand ich dort und lauschte ergriffen. 2 Männer auf 2 Stühlen, 2 Gitarren, eine Stimme. Es war unfassbar schön. Ich glaube, ich weinte vor Rührung. Danke.






Hier habe ich noch zwei "alte" Songs herausgesucht, die er gestern auch spielte.
What its like und den Song Babylon Feeling mit Carlos Santana.



Dienstag, 23. Oktober 2012

Alle machen mit – Eintagsladen 6 #21: Musikerin Gabriele Weber

Da ich den Eintagsladen dieses Mal in der Halle und im Saal der Centralstation in Darmstadt organisieren konnte, gab es die Möglichkeit viel mehr Kunst und Kultur zu präsentieren. Dies geschieht im oberen Saal. Dort hat auch die Musikerin Gabriele Weber ihren Stand. 
Lest hier ihr Portrait und aus dem spannenden Alltag einer Musikerin:


"Mein Name ist Gabriele Weber. Als waschechte Musikerin habe ich von klein auf nie viel anderes im Sinn gehabt als Singen und Musik. Trotzdem habe ich - als brave Tochter eines geliebten Vaters - eine zeitlang ehrlich versucht, etwas „Anständiges“ zu lernen. Ich studierte russische Sprache und Ökonomie und reiste in den 1990er Jahren mehrmals für längere Zeit nach Russland. Das dortige hohe Niveau des Musizierens hat mich tief beeindruckt. Die Ernsthaftigkeit mit der die Musiker ihren Beruf angingen hat mich fasziniert.
Deren erklärtes Ziel war es, einen kulturellen Auftrag zu erfüllen und die Zuhörer im Konzert glücklich zu machen. Für diese Leistung wurden sie am Ende des Konzertes mit Blumen aus dem Publikum reich beschenkt und mit Lob und Dank überschüttet.
In Russland gab es eine wohl strukturierte, staatlich finanzierte Musikausbildung für alle talentierten und fleissigen Kinder – traumhafte Verhältnisse verglichen mit unserer heutigen Lage in Deutschland.


Nach diesen Erfahrungen habe ich endlich die Kurve gekratzt und doch noch Gesang studiert – an der Darmstädter Akademie für Tonkunst und an der Frankfurter Musikhochschule.
Derzeit betreibe ich eine Musikschule. Außerdem bestreite ich Auftritte – fast ausschließlich mit dem Pianisten Alexander Kleonov.  Dieser ist vor fast 20 Jahren aus Moskau nach Frankfurt übergesiedelt. Auf einer Veranstaltung hörte ihn der FDP-Politiker Graf Lambsdorff und  war dermaßen begeistert, dass er Kleonov binnen vier Wochen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung besorgte.


Organisiert werden meine Auftritte meist von Inna Agadjanova, die in den 1990er Jahren aus Sankt Petersburg nach Mainz übersiedelte. Sie ist studierte Konzertpianistin und Klavierlehrerin. In den letzten Jahren hat sie sich eine Konzertagentur aufgebaut und reist mit ihren Künstlern durch ganz Deutschland.
Gemeinsam sind wir ein starkes Team und der Idealismus von damals schwebt über jedem Projekt. Auf dem Weg zu Auftritten wird gelacht und gescherzt und jeder packt mit an wenn Hilfe von Nöten ist. Unsere Ehemänner machen Fahrdienst. Inna Agadjanova bringt das Essen für alle mit, sie moderiert bei Bedarf oder betreut mein Baby während ich auf der Bühne bin. 
Alexander Kleonov bringt mit seinem mitreissenden Klavierspiel das Publikum zum Singen. 


Kommt einfach mal zu meinem Stand auf dem Eintagsladen. Dort werde ich Filme zeigen und Hörproben abspielen. Gerne erzähle ich Euch mehr zu meinen Projekten und Auftritten. Oder zu meiner Musikschule, denn Ihr könnt bei mir auch singen lernen. Herzlichst Gabriele Weber."
Hörproben findet Ihr auf Gabrieles Website.

Hier gibt es weitere Miniportraits zu ETL 6-Teilnehmern.

Freitag, 21. September 2012

4 Ideen zum Wochenende #6

Ein Altweibersommerwochenende wurde uns versprochen. Na dann: Alle raus!

Denn draußen könnte man:

* das erste Fallobst auflesen (oder Äpfel auf dem Samstagsmarkt kaufen)


... und daraus diese wunderbaren Apfelchips machen. Fand ich hier und so macht man sie:
2 Äpfel in superdünne Scheiben schneiden und mit 4 Tassen (ca. 1 Liter) Apfelsaft und 1 TL Zimt für 10 Minuten in eine Schüssel geben. In ein Ofenblech einen Rost legen und darauf die Apfelscheiben anordnen. Die Hitze muss sie überall erreichen können. Etwa 25 Minuten bei 175 Grad Celsius in den Ofen schieben, herausnehmen, Ofen ausmachen, nach einigen Minuten die Äpfel noch einmal ca. 8 Minuten hineinschieben. Fertig und lecker!

* im Wald Sachen suchen


Eigentlich wollten wir Pilze finden. Hm, die Beute von heute waren 1 Sommersteinpilz, 1 Fichtensteinpilz, 1 Ziegenlippe, 1 Marone, 1 Lärchenröhrling. Ein üppiges Mal ergibt das nicht, jedoch eine kleine Soße zur Schweinelende. Statt vieler Pilze fanden wir aber mehrere Schädel und Zähne, Eichelhäherfedern, rostige Nägel, ein altes Schild und Eicheln.

* eine neue Musik entdecken



Calexico –
die Band aus Portland kenne und liebe ich schon seit 15 Jahren. Doch gestern spielten sie im Heimatstädtchen. Ich bin noch immer ganz ergriffen.

* ein Lesezeichen (auch als Fenster- oder Wandschmuck zu gebrauchen) basteln

Einfach aus steifem neonfabenen Filz mit einem Cutter (oder Teppichmesser) an einem Stahlineal entlang verschiedene geometrische Formen ausschneiden.

Samstag, 23. Juni 2012

Vier Ideen zum Wochenende #2

Letzte Woche kamen meine Wochenendtipps gut an, darum erlaube ich mir, auch zu diesem Wochenende welche zu geben. Natürlich gelten sie auch innerhalb der Woche, ;-).

* Etwas basteln:


Des Söhnchens lustige Toilettenpapierrolleneulen waren ja damals ein toller Erfolg. Es geht aber auch noch feiner. Der Künstler Yuken Teruya schneidet aus WC Rollen kleine Baumskulturen. Ein schönes Objekt aus Positiv- und Negativform entsteht so. Unbedingt nachahmenswert. Und das Material hat man ja dann doch häufig. 

* rausgehen und Straßenkunst machen:


Ich bin ganz verliebt in die poetische Street Art der Französin Sandrine Estrade Boulet, besonders in das Mädchen mit den Puscheln. So etwas könnte man mit seinen Kids auf einem Sonntagsspaziergang, der ja an sich immer furchtbar öde ist, auch ausprobieren. Wenn man stattdessen lieber im Garten in der Hängematte liegt, kann man sich vom Buch "Hello City" ein Lächeln ins Gesicht malen lassen.

* durch ein romantisches online Magazin stöbern:


* eine neue Musik entdecken:


Max Prosa – 

Allen ein schönes Wochenende!

Samstag, 16. Juni 2012

Vier Ideen zum Wochenende # 1

Wenn mir etwas gefällt, kann ich mich dermaßen in Begeisterung steigern, dass Leute scherzhaft fragen, ob ich dafür bezahlt werde. Leider kann ich das mit meinen eigenen Dingen nicht. Aber ich glaube, ich bin kein Einzelfall.

Heute möchte ich einige Tipps zum Wochenende posten, Dinge, die ich klasse fand und finde.

* Etwas basteln:
Diese Idee ist überaus charmant, außerdem ist die Bastelei selbst keine riesige Aktion, dahingegen das Ergebnis ganz zauberhaft.
Kuchen- oder Keksständer


Dazu braucht man:
einen großen schönen Teller, einen kleineren Teller mit hübscher Unterseite, ein altes hölzernes Stuhl- oder Tischbein, Epoxid Kleber (Zweikomponentenkleber) und Holzlack

So geht´s:
Aus dem Holzbein ein hübsches Stück heraus sägen und zwar in einer Länge, die gut passt – ästhetisch sowie statisch. Das Stück Holz reinigen, leicht anschleifen, feucht abwischen und trocknen lassen. Dann in einer entsprechenden Farbe lackieren (ich benutze gern Lack auf Wasserbasis, der ist zwar nicht so stoß- und kratzfest, aber das Handling und der Geruch sind angenehmer). Schließlich die beiden Teller jeweils mit den Unterseiten auf die Enden kleben. Doppelt als Etagére geht das natürlich auch.

* Etwas backen:

Ich liebe Zimtschnecken. Meine absoluten Lieblingsschnecken sind die, aus dem jamie magazine "the american food issue". Ich weiß, dass eine liebe Freundin sie just in diesem Moment macht.

Cinnamon Swirls


Dazu braucht man:

1 kg Mehl, entsprechend Hefe, Salz, 1 Esslöffel Honig, 600ml lauwarmes Wasser, Olivenöl
außerdem:
100 g gehackte Mandeln, 100 g gehackte Haselnüsse, 200 g weiche Butter, 2 flache Teelöffel Zimt, flüssigen Honig, 100 g braunen Zucker

So geht´s:

Das Mehl in eine große Schüssel geben, etwas mehr als eine Priese Salz dazu, in die Mitte eine Mulde drücken, dort hinein die Hefe (egal ob trocken oder frisch) und den Honig geben. Mit einer Gabel Honig und Hefe verühren, immer mehr Mehl mitnehmen und peu a peu das Wasser zugießen. Mit den Händen alles verkneten.

Eine Schüssel mit Olivenöl beträufeln, Teig hinein, Tuch drauf, 30 Minuten gehen lassen.

Mandeln und Nüsse in einer Pfanne anrösten, abkühlen lassen und mit 150g Butter und dem Zimt verühren.

Teig zu einem großen, etwa 1/2 Zentimeter dicken, Rechteck ausrollen. Mit der Masse bestreichen, etwa 5 bis 6 Esslöffel Honig darauf verteilen und längs (also die lange Seite) einrollen. Ein hohes Kuchenblech dick einbuttern, braunen Zucker einstreuen, die Teigrolle in etwa 2 bis 3 cm dicke Scheiben schneiden und in die Form eng an eng legen. Tuch drauf, 30 Minuten gehen lassen. Mit braunem Zucker und Zimt bestreuen. Bei 180 Grad etwa 30 Minuten backen. Vor dem Servieren stürzen, dann ist nämlich die Karamellseite oben. Wer es knuspriger mag, einfach etwas länger backen.

* Durch ein Magazin blättern:

Das macht man ja gern am Wochenende. Ich habe online ein sehr nettes entdeckt. Auf englisch, aber das ist toll, kann man gleich sein Englisch auffrischen.



* eine neue Musik entdecken:

Das ist ja immer wie ein Geschenk, wenn man einen Musiktipp bekommt und eine neue Lieblingsmusik findet. Gestern war ich auf einem kleinen aber sehr feinen Konzert einer dänischen Band.

Samstag, 26. Mai 2012

Erdbeerfelder – wünsch ich Dir



Die Sonne scheint und es ist Erdbeerzeit – hinein ins Erdbeervergnügen, ab auf die Felder. Pflücken und Naschen ist die Devise. Und dabei natürlich den wunderbaren Duft einsaugen. Oh, welch Wonne!


Zuhause könnte man dann so unendlich viele Leckereien damit kreieren. 
Oder sie einfach nur einzuckern und ab in den Mixer. Ergibt eine tolle Soße zu Panna Cotta, Vanilleeis, Schokoladenmousse und solchen Sachen. Oder die gezuckerten Beeren am nächsten Tag zusammen mit Bananen, etwas braunem Zucker, Orangensaft und Eiswürfeln in den Mixer werfen und Smoothies draus machen. 
Man könnte aber auch die ganzen Früchtchen in Sahnejoghurt tunken und über Nacht ins Eisfach legen. Lecker.


Wenn man also keine Torten, Schaumspeisen, Charlottes und Marmeladen aus der süßen Ernte zaubern möchte, hätte man stattdessen Zeit, sich Erdbeernägel zu lackieren (die fand ich über frau heuberg).


Dabei könnte man dem wunderbaren Lied "Erdbeerfelder für immer, wünsch ich Dir" von Ben Becker zuhören. Hier könnte man es anhören, wenn man sich anmeldet und hier gibt es den ganzen Text, aber ohne Musik. Ich habe es ja auf dem Rechner und höre es, während ich diesen Post schreibe. Ach, schön!

Samstag, 19. Mai 2012

Ich hab noch einen Koffer in Berlin

... sang einst Marlene. Wer hätte das nicht gern? 
Hinter mir liegt eine Woche Hauptstadt – davon vier Tage frei und unbekümmert und drei eingebettet in einer politischen Bildungsreise von 49 Frauen. Oh ha!


Da ich mich lieber treiben lasse als festgelegten Wegen zu folgen, genoss ich den ersten Teil der Reise sehr. Wir wohnten in der Oranienstraße / Kreuzberg, eine Straße voller Kneipen, Cafés und Buchläden, die man im Prinzip gar nicht verlassen müsste, bei nur drei Tagen Aufenthalt.


Meine (viel zu wenigen) Tipps rund um die Oranienstraße:
* für diejenigen, die Reiseführer mögen, hier ein ganz toller mit wirklich besonderen Orten:
111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss
* von 12 bis 15 Uhr kann man am Moritzplatz wunderbar zu Mittag essen oder im Garten herumsitzen und Rhabarberschorle trinken – im urbanen Landwirtschaftsprojekt den mobilen "Prinzessinnengärten"
* am Moritzplatz findet sich auch der schöne Laden "schœner.wærs.wenns.schœner.wær" und das Kreativzentrum Aufbau-Haus mit dem phantastischen modulor.
* in der Oranienstraße 25 befindet sich ganz oben das werkbund-Archiv, das Museum der Dinge. Einfach sehenswert. (Außerdem bin ich sicher, dort zwei kleine Lampen entdeckt zu haben, die ich einst im Werkunterricht gebastelt habe. Aus Seifendosen, Gummikätzchen und Plaste-Schwan. Ich bin darüber noch immer ganz erschüttert und wüsste so gern, ob diese Dinge tatsächlich von mir stammen (dann hätte sie jemand, der aus Magdeburg kommt und mich kannte, vor 1983 (als wir auswanderten) von mir geschenkt bekommen und sie später dem Museum zur Verfügung gestellt. Kann das sein?)



* freitags, samstags und sonntags kann man superleckeren Kuchen und andere Köstlichkeiten in der Markt Halle Neun genießen und einmal im Monat dort den Handmade Supermarket besuchen. Den organisieren die lieben Leute vom süßen Laden "supermarché" am Lausitzer Platz. Wer lieber in alten Sachen herumwühlt und sich nicht so schnell ekelt, findet gleich daneben einen ollen 
Flohmarktladen zum Schätze finden.
* drei schöne Buchläden sind mir auf der Oranienstraße aufgefallen: Die Neue
Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK), Modern Graphics und natürlich Dantes Connection, der Laden, der mich zur Lesung ins Kreuzberg Museum einlud.



Meine Lesung im Rahmen der Langen Buchnacht war mal wieder wirklich schön. Da auch viele Erwachsene anwesend waren, las ich etwas anders betont und freute mich auch über die Lacher der Großen. Nun bin ich wirklich geneigt, einen zweiten Teil zu schreiben – also gedanklich tue ich das bereits und warte nur noch auf das Okay meines Verlags, dessen Herbstprogramm übrigens vorliegt – zumal ich mich gestern an den für mein Buch vorgeschlagenen Unterrichtsmaterialien erfreute. Die Verlagsmädels überraschten mich mit einer Tüte "Weltretter"-Buttons, die natürlich weggingen wie warme Semmeln. Im Berliner Stadtbild fand ich später auch einige meiner Figuren wieder (das MetallMonster im Hinterhof des Hauses Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße in Mitte und Ratten zu Fuße der Skulptur auf der Gertraudenbrücke). Sehr schön waren auch die "So What?"-Minen der kleinen Kreuzberger, als ich von meiner Kinderrepublik erzählte: Hütten auf den Straßen, Lagerfeuer und (Achtung!) bunt bemalte Häuser. Ich erklärte dann, dass ich aus einer Stadt käme, in der die Häuser normalerweise nicht bemalt seien. Ein Junge fragte mich nach der Lesung, wie denn diese seltsame Stadt heiße, in der die Häuser nicht bemalt sind, ;-).


Spuren der Vergangenheit (auch meiner), die immer mehr verschwinden.


Sonntags ging es natürlich zum Mauerpark. Dort kann man schaukeln. Und auf dem Flohmarkt Schätze suchen. Dieser bietet übrigens auch eine Menge Handmade-Labels, kulinarische Köstlichkeiten aller Art und Musik. Wir durften dem einfach unglaublichen Rob Longstaff lauschen und kauften auch gleich eine CD. Nach vielen Stunden spazierten wir durch die Oderberger Straße zurück. Dort kann man im "Kauf Dich Glücklich" Eisbecher oder Waffeln essen. Wir tranken lieber eine Weinschorle und aßen dann ganz aufgeräumt in einem elegant minimalistisch eingerichteten vietnamesischen Restaurant Sushi. Das passte irgendwie auch.





Ich finde ja, die sogenannte "Schwangere Auster" – also das Haus der Kulturen, das die Amerikaner 1957 den Deutschen schenkten und das ganz wunderschön gelegen ist zwischen Spree und Tierpark – sieht aus wie eine Eule. 


Die wundersamen Erfahrungen des zweiten Teils der Reise werde ich irgendwann in einer launig-schwarzhumorigen Kurzgeschichte verarbeiten.

Dienstag, 24. Januar 2012

Kultur im Heimatstädtchen – Peter Licht



Am Wochenende besuchte Peter das Heimatstädtchen und brachte Licht in die Kulturlandschaft. Für das P Stadtkulturmagazin schrieb ich einen Text und musste mich als Groupie titulieren lassen. 
"Einst saßen wir Rotwein trinkend mit seiner transsylvanischen Verwandten auf dem Sonnendeck. Dann brachte er ein Buch heraus, überzeugte mit einer grandiosen Lesung zum Bachmannpreis 2007, schrieb 2008 ein Theaterstück. Nun hat der Kölner mit seinem fünften Album „Das Ende der Beschwerde“ erreicht. „Je öfter ich es seh’, um so weniger wird’s“ singt er – vielleicht ein Grund für seine konsequente Gesichtsverweigerung. Endlich können wir ihn sehen auf seinem Konzert in der Centralstation. Und wenn wir zu den eingängigen Takten wippen, erklärt er uns (vielleicht) die Welt. "



Ich bereitete den geliebten Mann noch etwas vor. Er kannte nämlich Peter Licht gar nicht. Wir sangen "Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck", ich las ihm einige Passagen aus dem Lyrik-Skizzen-Buch "Wir werden siegen" vor, in dem solche Sachen stehen wie: "Ich geh raus, zieh die Schlappen aus, mach Sockentanz." oder "Ich halte es durchaus für möglich, dass wir alle einmal sterben werden." Wir lauschten auch noch einmal dem wunderbaren Text "Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends", den Herr Licht beim Klagenfurter Bachmannpreis zum besten gab – eine halbe Stunde, die sich lohnt. 


Es war ein sehr schönes Konzert, das mit einer Lesung begann. Ein Komplettpaket also. Herr Licht weiß viel und macht sich Gedanken dazu. Die Musik zu den Gedanken ist leichter als die Worte. Das trägt sich. Ein entspannter Abend. Irgendwie fiel mir auch gar nicht auf, dass ich Herrn Licht zuvor noch nie sehen durfte. Denn genauso hatte ich ihn mir vorgestellt. 
Noch mehr über Herrn Licht gibt es hier.


Samstag, 17. Dezember 2011

Weihnachtslieder singende Igel - zumindest beinahe

Dies ist quasi mein kleines Weihnachtsgeschenk an alle Leser meines Blogs. Es soll Euch einige Minuten Spaß, Freude und ein paar Lacher schenken.



Die "Singing Christmas Hedgehogs" von den Birdbox Studios sind einfach toll. Nehmt Euch die Zeit, alles anzuschauen. Es lohnt sich.
Die Weihnachtslieder müsst Ihr letztendlich aber selber singen!
Viel Freude!



Montag, 5. Dezember 2011

Papiersex und beschwingte Lieder



In der Ateliergeschichte über Tanja Ebbecke beschrieb und zeigte ich bereits erste Eindrücke des gemeinsamen Kunst-Spaß-Projekts der Künstlerin mit Charlotte Wielage. Nun ist es soweit – die Ausstellung zum Projekt findet am 8. November im Zucker statt.
Von 18 bis 22 Uhr zeigen Charlotte und Tanja ihre "hart erkämpften, schweißtreibenden, unglaublich wunderbaren, sinnlosen Arbeiten".
Wer das Glück hat, einen Flyer zu ergattern, kann sich diesen rahmen und direkt an die Wand hängen.

Doch damit nicht genug.
Wer Tanjas Auftritt mit ihrer Band "candyjane" im Dreitageladen verpasst hatte, bekommt nun eine weitere Chance.
Nur zwei Tage später, am 10. Dezember, "reisen "candyjane" per Anhalter vom Hong Kong Blues über Lone Pine Hill in heimatliche Gefilde eigener Kompositionen, die dem Winter huldigen, sehnsüchtige Wasserschnecken besingen oder von alltäglichen Fußangeln und schwarzen Löchern handeln, von Ungeziefer und erloschener Liebe". Und das im "Sumpf" in der Kasinostraße 105.
Und vielleicht gibt es auch irgendwann einmal eine Platte.

Sehr, sehr schön. Beides.



Samstag, 17. September 2011

Auf dem Weg vom Kind zum Mann liegt mein rettender Ast fernab der Vernunft


Als ich letztens diesen Artikel über D.I.Y. schrieb, rief der Chef des Lieblingsmagazins an und sagte: "Und was ist mit der Musik? Du hast die Musik vergessen." Himmel, er hatte recht! Wie konnte mir das passieren? Musik ist doch das Wichtigste überhaupt, ... - also beinahe jedenfalls, nach zwei drei anderen Dingen.



Als wir gestern Nacht auf den Rädern nach hause düsten, sagte der geliebte Mann: "Das war eines der besten Konzerte, das ich je gesehen habe." Dem gibt es eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen.



Drummer, Perccusions, Keyboard, zwei Helden mit Gitarren, eine vierköpfige Background Combo, Flöte, Saxofon und Trompete, zehn Choristen des Chors der TU Darmstadt, drei Gastsänger und natürlich Digga mit dieser Stimme, die mir doch tatsächlich, als ich sie das erste Mal hörte, die Tränen in die Augen trieb. Nun gut, damals war es dunkel und draußen, es regnete und der geliebte Mann und ich waren uns über irgendetwas nicht einig gewesen. Und wenn dann einer singt, "kein Applaus, kein Applaus", dann bleibt einem ja gar nichts anderes übrig. Trotzdem.



Natürlich ist es nicht einfach, mir ein Gedicht vorzutragen. Ich bin eben Autorin, war einmal Slammerin und gebe Poetry Workshops. Das Wort, die deutsche Sprache - das ist meine Welt. Da zuckt manchmal der rote Stift in meinem Gehirn.




Aber von diesen gewaltigen Wellen dieses mehr als doppelten Dutzend Musizierender getragen, wusste ich nicht einmal mehr, was ein Rotstift ist.



Könnt Ihr das mal wieder machen? Bitte.



Digga Ras - "Vom Kind - Zum Mann". Hier.



Freitag, 16. September 2011

Wenn Du weißt, was Du willst ...




... musst Du machen, dass Du hinkommst ...
Gestern habe ich eine Stunde die Damen von Missfits im Fernseher gesehen. Sie haben sich ja leider schon vor längerem verabschiedet. 
Ich habe schon immer gern über sie gelacht ... (auch wenn ich noch ein paar Jahre Zeit habe, ihre Witzeleien alterstechnisch wirklich nachvollziehen zu können).
Die Art und Weise wie Frau Jahnke mit ihrem wirklich hübschen Lächeln bitterböse Dinge sagt, ist einfach umwerfend und die Verwurstung des Cat Stevens Song Father to Son wirklich großartig.