Angeregt durch eine Facebook Konversation von Anke habe ich mir heute morgen unter der Dusche Gedanken gemacht, die ich gern in die Tasten hauen möchte.Resume des kleinen Austauschs war: Wer detailgetreue Bilder, Tutorials, Verlosungen und wenige Worte bloggt, hat die meisten Leser. Diese nehmen ab, sobald sich ernstere Themen, wie zum Beispiel Umweltschutz, einschleichen. Aber trotzdem bloggen alle gern, weil es Spaß macht.
Letztendlich fand ich das doch traurig und fragte mich, warum blogge ich eigentlich? Und für wen überhaupt?
Am 18. Mai letzten Jahres eröffnete ich mein Webtagebuch mit einem Eintrag über die Künstlerin Ana Ventura. Ursprünglich dachte ich, wenn man ein Mädchen-Lädchen bei Dawanda hat, muss man auch einen Blog führen. Denn dadurch lernen die Leute den Menschen hinter den handgemachten Dingen kennen, etwas, dass ihnen sehr wichtig sei. Der Einblick in die Bloggerszene war dann doch ernüchternd (s.o.) und ich merkte schnell, das ist nicht das, was ich möchte.
Das Feature "regelmäßige Leser" habe ich erst gar nicht angeboten. Ich schreibe über Künstler, Projekte, Gedanken und Dinge, die mir begegnen, die ich spannend finde, von denen ich glaube, auch andere könnten sich daran erfreuen oder würden gern davon erfahren.
Ich glaube nicht, dass ich irgendeinen Artikel im Mädchen-Lädchen aufgrund meines Blogs verkauft habe. Ich bekomme auch kaum Kommentare zu meinen Posts. Aber immer wieder begegnen mir Menschen, die mich auf meine Bilder und Worte ansprechen oder mir Komplimente für meine Arbeit geben. Ja, es ist nämlich auch Arbeit, die mich allerdings mit Freude erfüllt. Am Schönsten ist es, wenn sich Kontakte zwischen von mir vorgestellten Künstlern und potentiellen Kunden ergeben. Und wenn ich davon erfahre.
Google ermöglicht mir das Zurückverfolgen der Links. Meine meisten Leser bekomme ich über Suchbegriffe. Das bedeutet für mich, dass ich wohl über Themen schreibe, die interessieren. Die paar Begriffe, die nach Rezepten für selbst gemachte Drogen suchen, lassen mich, in der Vorstellung des enttäuschten Gesichts sich stattdessen auf meinem Blog wieder zu finden, schmunzeln.