Samstag, 3. Dezember 2011

Weil einfach alles stimmte - der Laden "Jungbrunnen"


Auf den Novembermärkten des Heimatstädtchens fiel sie mir auf, denn sie lief mit einem strahlenden Lächeln und im Sauseschrittt die Stände ab und kaufte an den besonders schönen ein - und das wie im Rausch. Das machte mich neugierig und wir kamen ins Gespräch.
Heute eröffnete Karen Husemann ihren Laden in Groß Umstadt. "Jungbrunnen" heißt er und das hat einen sehr charmanten Grund.



Karen ist Keramikerin und Grafikerin mit einem festen Job. Und eigentlich wollte sie gar keinen Laden aufmachen. Vor zehn Jahren einmal da fanden ihr Mann und sie auf einem Flohmarkt den metallenen Schriftzug einer längst vergangenen Kneipe - "Jungbrunnen". Die beiden kauften die Buchstaben, denn falls sie jemals doch eine Galerie oder einen Laden haben würden, dann würde dieser ein "Jungbrunnen" sein. Aber dies war eben schon zehn Jahre her.



Und dann geschah das: Ein Teelädchen im historischen Ortskern, das in einer alten Kelterei gastierte, wollte zum November schließen. ´Unerhört, so ein wunderbarer Ort, da muss etwas geschehen´, dachte Karen, besah sich die Räumlichkeiten genauer und verliebte sich in die alte Einbauküche im Hinterzimmer sowie die Kelterhalle ganz hinten.



Selber künstlerisch ambitioniert und kreativ mit einem Blick für Schönes und das Besondere, hatte Karen schon viel Lob für ihre dekorativen Fähigkeiten erhalten. Und als sie dann –gemeinsam mit der besten Freundin und unbestechlichen Beraterin – den Schnickschnackshopping Markt im Heimatstädtchen besuchte und all die handgemachten Dinge und Objekte entdeckte, die dort feilgeboten wurden, da war nahm die Ladenidee konkrete Formen an.



Sie wollte Künstlern und Kunsthandwerkern einen Raum bieten, sich zu präsentieren und ihnen ein Publikum geben.
In ihrem – mit alten Weinkisten möblierten – charismatischen Laden in der Oberen Markstraße 5 sind nun beispielsweise die Glitzer-Schätze von Juime, die Figuren von Jamata, die Transfer-Bilder von Für große Mädchen, Taschen von Zwischen.Pol, Möbel von mimamöbel, unglaubliche Gesellen von Elke Pikkemaat, Keramik von Christiane Riemann, Bilder von buttablume, Teddys der Groß Umstädter Landfrauen und vieles vieles mehr zu entdecken.
(Da wären zum Beispiel auch die wunderbaren Druckstöcke einer befreundeten Grafikerin. Eigentlich sollte Karen die gar nicht verkaufen. Eigentlich sollten die weiterhin genutzt werden. Finde jedenfalls ich. Obwohl ich gern einen hätte, oder alle. Sie sehen nämlich aus wie das Söhnchen.)



Vielleicht wird die Liebe der Groß Umstädter zu diesen Kostbarkeiten etwas langsamer erwachen, denn manchmal, gerade in Orten, die nicht unbedingt Metropolen sind, gilt es auch, den Blick der Menschen für ästhetisch Schönes und Besonderes erst zu öffnen. Doch mit der Auswahl, die Karen jetzt schon zur Eröffnung präsentierte und mit ihrer begeisterten Art über die Dinge zu sprechen, wird ihr das über kurz oder lang gelingen. Außerdem plant sie hin und wieder Events in der Kelterhalle zu organisieren. Ich freue mich drauf.



Kommentare:

  1. es war wirklich total schön. der laden wirklich total einladend. leider haben wir uns verpasst...

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  2. Ein sehr schöner Artikel.
    LG Dolores von Zwischen.Pol

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  3. Liebe Antje, dass du schreiben kannst, wusste ich ja bereits durch deine Bücher- nun freue ich mich und fühle mich sehr geehrt, dass du etwas über die Ladeneröffnung vom Jungbrunnen geschrieben hast, bei der es übrigens auch schöne Preziosen und kleine Installationen von dir zu sehen gibt ;-).
    Dein "Rosenkrieg" ist übrigens schon nach Frankfurt ausgewandert, irgendwie fühlte sich meine Freundin Suse davon angesprochen....
    Bin gespannt auf mehr von dir!
    Herzlich, Karen

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