Freitag, 24. Juni 2011

Aufruhr im Paradis

Noch immer befinden wir uns in der Woche des "stadtfindens" des Heimatstädtchens - noch immer darf man finden. Beispielsweise gestern.


Am Himmel drohte es dunkel. Das passte nicht zum Bikini in der Tasche. Trotzdem. Zum Woog. Während einige Kreative und Interessierte (irgendwie erkennt man sich ja immer, auch wenn man sich nicht kennt) mit großen Objektiven herum huschten und drauf los hielten, hörte ich neben mir:

"Und was passiert da jetzt?"

Ha, wollte ich rufen, das ist doch ganz klar! Laute Musik wird einsetzen und aus jedem der 220 orangefarbenen Gummireifen, die auf dem Wasser schwimmen, werden sogleich Fontänen bis an den Wolkenrand spritzen, im Takt versteht sich, dazu werden funkelnde Lichter die Karpfen am Seegrunde zum Tanzen bringen und dann, ja, und dann entsteigen die Nixen dem Wasser. Event, Fernsehen, groß, größer, satt!

Manche stehen mitten drin im Leben, in der Kunst, im Jetzt - und merken es nicht einmal.

Aber die anderen, die tun das. Die laufen vielleicht seit 10 Jahren den gleichen Weg am eingezäunten Stadtsee vorbei, hatten sich schon lange nichts mehr dabei gedacht, und nun heben sie mal wieder den Blick, lassen ihn über das Wasser schweifen, sehen die geradezu magisch leuchtenden Reifen und diesen wunderschönen Flecken mitten im Heimatstädtchen.






Dank an Janser Castorina Architektur & Elisabeth Koller aus Graz für die Installation Ahoi.

Sogar die Sonne kam noch heraus und wollte mal gucken und das Töchterchen zog doch noch den Bikini an und enterte einen der Reifen. (Connection stream Link: http://m-e.sh/eWs)

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