Dienstag, 26. März 2013

So war der Eintagsladen 7

Wir hatten ja ein kleines Jubiläum – 3 Jahre Eintagsladen. Es war anstrengend, es war schön. Es lief wie am Schnürchen. Schon der Aufbau war eine wahre Freude. Um 12 Uhr, als die Türen geöffnet wurden und Hunderte Besucher hereinströmten, hätte ich mich zwar am liebsten für ein kleines Schläfchen zurückgezogen. Doch das ist normal, wenn man so eine große Veranstaltung organisiert.


Darum erst einmal danke an die 48 Aussteller, die Techniker und Meike Heinigk von der Centralstation. Viele Fotos (77) zum tollen Tag von mir findet Ihr hier. Aber auch andere haben fotografiert (hier).


Die Bilder sprechen für sich, darum heute ein Thema, das mir sehr wichtig ist:

Liebe Besucher von Handmade-Läden!
Viele von Euch sind sehr charmant und liebreizend. Sie wissen die Veranstaltung, die Produkte und die Macher derselben zu schätzen. Doch einige (mhm, ein paar mehr sind es leider schon), die müssen erst noch lernen, ihr normales Einkaufsverhalten an der Tür zum Handmade-Markt abzulegen – um es im günstigsten Fall dort für immer zu vergessen.


Wir alle sind es gewohnt, von unzähligen Dingen umgeben zu sein, die wir kaufen sollen. Das ist ein Grundprinzip des Kapitalismus. Natürlich kann man nicht zu jedem Stück ein persönliches Verhältnis aufbauen. Die meisten Dinge könnte man dann gar nicht kaufen. Beispielsweise jene, die von kleinen Kinderhänden produziert wurden.


So ist es uns also eigen, an den überbordenden Schaufenstern und Regalen emotionslos vorbei zu laufen. Manches bringt uns vielleicht zum Lächeln oder lässt den kurzen Wunsch aufflackern: Das will ich haben. Doch vieles lässt uns auch die Nase rümpfen oder die Augenbrauen hochziehen. Macht ja nix, sieht ja keiner.


Auf einem Handmade-Markt ist das anders. Hinter dem Stand sitzt nämlich genau die Person, die die Dinge hergestellt hat. Da hatte jemand eine gute Idee, hat sie ausprobiert, umgesetzt, verbessert, sich viele Gedanken gemacht (Ob das jemandem gefallen wird?). Plötzlich steckt ganz viel Herzblut in so einem Produkt und das macht den kreativen Macher empfindsam und empfänglich für Kritik und Lob.


Eine hochgezogene Augenbraue, ein gleichgültiges oder gar abfälliges Pfff!, ein "Das kann ich auch" oder ein "Das ist ja viel zu teuer" wird gesehen und gehört. Und zwar von dem, der die Idee hatte, oft nächtelang saß und nähte, werkelte und malte.


Natürlich kann einem nicht alles gefallen und auch so mancher Aussteller könnte sich die eigenen Werke nicht leisten. Trotzdem. Respekt ist das Zauberwort. Ein Lächeln wäre schön oder einfach keine Abfälligkeit.


Und noch etwas kann man auf einem HandmadeMarkt erfahren – nämlich den Gedanken: Brauche ich wirklich tausend Sachen oder vielleicht nur zehn richtig gute. Das fühlt sich sogar viel besser an. Denn Wertigkeit, die man dem Gekauften zollt, schenkt man sich letztendlich selber. Wer sich also mit Ramsch umgibt ... mhm, na ja ... Ihr wisst schon, was ich meine.
In diesem Sinne: Respekt!

Donnerstag, 21. März 2013

Beauty is where you find it #57

Ein Lächeln möchte Nic heute von jedem sehen.
Das schenke ich gern. Zumal hier im Blog in dieser Woche ein bisschen Ruhe herrscht. Der Eintagsladen am kommenden Sonntag und das hoch her laufende Lektorat meines nächsten Buches fordern gerade etwas Tribut in Form meiner Zeit.
Einst verdiente ich mit meinem Lächeln sogar mein Studium. Wie schön, dass ich es an das Söhnchen und das Töchterchen weitergab. Wir alle haben diese Angewohnheit, die Oberlippe lustig zu kräuseln, wenn wir lächeln. Das ist schön zu sehen.
Es ist sowieso wunderbar, seine Kinder anzuschauen. Meist hat man dann ein ganz versonnenes Lächeln im Gesicht, das Glück, Freude, Erwartung und Neugierde beinhaltet.
Hier zeige ich Euch eine 13 Jahre alte Anzeige. Darauf lächle ich ganz versonnen mein niegelnagelneues Töchterchen an. Dessen Lächeln klappte damals noch nicht so einwandfrei. Heute hat es sogar Haare, ;-).

Freitag, 15. März 2013

Der Frage-Foto-Freitag

Steffis Freitagsfragen:

1. Entzückend?


... und das über die Maßen, war das Passagen-Café der Bäckerei Bormuth im Heimatstädtchen. Hier hat man sich im Sonntagskleid in den 50er und 60er Jahren zu einem Stück Sahnetorte mit dem Liebsten getroffen. Ich werde darüber heute für ein Stadtmagazin einen Artikel schreiben. Zuvor treffe ich mich mit einigen Familienmitgliedern der Bormuths, die damals dabei waren. Vielleicht esse ich dabei ein Törtchen.
Nachtrag 21.03.: Hier könnt Ihr das Magazin gern durchblättern.

2. Auf den letzten Drücker?


... bin ich in letzter Zeit öfter. Darum hat sich hier ein running gag eingebürgert. Das Töchterchen und ich sagen: "Tasche?!" mit dieser ganz bestimmten Betonung. Geklaut haben wir das aus dem Film "Breakfast at Tiffany´s" (Holly ist zu spät. Sie muss zur Besuchszeit nach Sing Sing und zieht sich schnell an während Paul etwas verwirrt um sie herum steht und dann sagt sie es irgendwann: "Tasche?!" Einfach wunderbar). Dieses schöne Set Foto fand ich hier.

3. Wo warst Du glücklich?


... letztens im Zoo. Auch im Winter ein Ort, der einen mal rausholt.

4. Wird demnächst ausprobiert?


Yaki Soba aus dem tollen Kochbuch der Wagamama Restaurants.

5. Highlight des Tages?


Mal sehen. Sollte sich heute eines verweigern, könnte ich zum Trost noch immer in das dänische ÖBolcher Glas greifen, das mir meine Freundin Katja zum Geburtstag schenkte. Wer sie auch mal kosten möchte: hier.


Donnerstag, 14. März 2013

Beauty is where you find it #56

Heute warten auf Nics Blog alle auf Grün ... Ich kann dazu nicht viel mehr sagen ... außer: Darmstadt, 14. März 2013, 9.06 Uhr, -10° Celsius. Ich habe trotzdem versucht, Schönheit darin zu finden, ;-).

Mittwoch, 13. März 2013

Akustische Pflanzen – die Kunst des Keita Akiyama

Schon immer liebe ich es, mich künstlerisch (auch) mit der Natur auseinanderzusetzen. Ich glaube, ich war damals die einzige in der Klasse, die mit wahren Freuden für den Kunstunterricht im Grase lag und einen Spitzwegerich zeichnete. 
Als ich über den 25-jährigen Künstler Keita Akiyama stolperte, war ich sofort begeistert. Nicht nur, dass er sich wunderbaren Naturstudien hingibt, er hat auch das Konzept der akustischen Pflanzen entwickelt. Dahinter steht die Idee, dass Pflanzen durch besondere Wuchsformen und Ausprägungen elektrische Töne erzeugen könnten. Wie könnten Pflanzen das tun? Was müssten sie für Formen haben? Und wie würde das dann klingen? Mit diesen Fragen entwickelt und fertigt Akiyama anmutige Zeichnungen der fiktionalen Pflanzen seiner Acoustic Botany. Lasst euch inspirieren!





Ganz besonders schön ist auch sein Blog Miyakojima Factory, das der Künstler über seine Naturbeobachtungen, Inspirationen und neuen Ideen führt.





Dienstag, 12. März 2013

Löwenzahnhonigsirup


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Es gab bei uns in der ehemaligen DDR nicht so oft echten Bienenhonig, wie wir gerne gegessen hätten. Der morgendliche Standartbrotaufstrich hätte Kunsthonig sein sollen, den mochten wir aber nicht. Also zogen wir im Frühsommer los und pflückten Löwenzahnblüten, um selber Bienchen zu spielen.

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Glücklich fand ich letztens das handgeschriebene Rezept für den Löwenzahnhonigsirup meiner lieben Frau Mama wieder. 
So geht´s:

200 Löwenzahnblüten pflücken – am besten draußen in der Natur weit weg von Straßen und anderen Verschmutzungen. Gut waschen. In einen großen Topf geben. 1 Liter Wasser auffüllen. Eine in Scheiben geschnittene Biozitrone dazu geben. 15 Minuten kochen lassen. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag durch ein dichtes Sieb oder Tuch gießen. Dann 1 kg Zucker zugeben und unter Rühren eine Stunde köcheln lassen bis ein dickflüssiger Honig entsteht. Heiß in Flaschen mit Schraubverschluss gießen (und wie gewohnt kurz auf den Kopf drehen, um alle eventuellen Keime zu töten). Fertig! 
Der Honigsirup ist nicht nur köstlich sondern auch wunderbar gegen Husten und Erkältungen. Da man ja im Sommer nicht so oft darunter leidet, muss man sich ein, zwei Gläschen für den nächsten Winter aufsparen (das hält im Kühlschrank ganz wunderbar). Einfach einen Schuss davon in eine Tasse IngwerTee geben. Schmeckt wirklich gut und tut auch so.

Samstag, 9. März 2013

Eine köstliche Mangoldsuppe

Das Überangebot in Lebensmittelläden macht mich immer fix und fertig. Wenn ich da nicht zügig dran vorbeilaufe und instinktiv nach den Dingen greife, die ich immer kaufe, verliere ich die Orientierung und mich gleich dazu. Das ist eigentlich schade, denn so entdecke ich (zumindest beim Einkaufen) nichts Neues. Das möchte ich aber, darum kaufte ich letztens in einem Bioladen ganz spontan Mangold und eine große Petersilienwurzel. Irgendetwas würde man schon draus machen können, dachte ich mir. Konnte man und wie! Ich erfand uns eine wirklich köstlich Suppe. So geht´s:


Man braucht:
ein Strunks Mangold (oder wie nennt man das Mangoldgebilde? Kopf? Büschel?)
eine große Petersilienwurzel
ein paar Karotten
eine Knoblauchzehe
Gemüsebrühe
Creme Fraîche
Salz / Pfeffer / Chilliflocken

Möhren (ich nahm vier Große), die Wurzel und den Knoblauch klein schneiden und in Butter oder (besser) Butterschmalz in einem großen Topf scharf anbraten. Den Mangold zerkleinern und dazu geben. Wenn das Gemüse unten ein bisschen ansetzt und wirklich bräunt, mag ich es für Suppen am liebsten. Wer die rauchige Note nicht mag, gießt einfach schon etwas früher die Gemüsebrühe auf (für diese Menge an Gemüse nahm ich etwa 800ml). Solange vor sich hinköcheln lassen, bis das Gemüse weich ist (etwa 10 Minuten). Ein Töpfchen Creme Fraîche dazu geben (150 ml). Mit Salz, Pfeffer und gemahlenen Chiliflocken abschmecken. Nun die Suppe pürieren. Dazu frisches Weißbrot. Lecker!

Übrigens: Ich habe letztens die Feuriger Chili Pfeffer-Gewürzmischung von jamie gekauft, die ich nun ständig benutze. Die kann ich wirklich empfehlen. Natürlich kann man sich auch selber in eine Gewürzmühle eine Mischung aus Pfefferkörnern, Paprika- und Chiliflocken abfüllen.

Mangold gibt es (im Sommer) übrigens in vielen Knallfarben. So könnte man ihn erst einmal in die Vase stellen bevor man eine Suppe daraus kocht.

Freitag, 8. März 2013

Fünf Sachen, die ich schon immer tun wollte und letzte Woche anging - FFF

Auf Steffis Blog Ohhh Mhhh sollen heute 5 Taten oder Dinge fotografisch präsentiert werden, die man in der letzten Woche endlich angegangen ist.
Es liegt sicher an der sich langsam durchschlagenden Sonne oder auch daran, dass ich eigentlich ständig in irgendwelchen Projekten stecke, die ich schon immer gern tun würde – meine 5 haben sehr viel mit mir zu tun ... na, seht selbst ... eine spontane (irritierend seltsam aussehende, erkennt man mich?, sehe ich so aus? Himmel, diese Haare, ist aber auch noch verdammt früh) Fotosession direkt hier vom Schreibtisch

1.


mehr Obst ... am besten jeden Morgen als Smootie (gerade habe ich aber außer diesem schon etwas schrumpligen Apfel nichts da, ich werde nachher einkaufen müssen)

2.


mehr Sport, oder besser, Sport ... morgens joggen, abends – okay, ich gebe es zu, beim Fernsehgucken – etwas die Hanteln schwingen

3.


mehr Wasser ... oh, dieses leidige und ewige Thema ... dabei geht das ja auch in lecker, zum Beispiel als Rhabarber-Schorle 

4.


wieder Briefe schreiben ... echte, auf Papier und mit einem Stift

5.



hin und wieder stolz auf mich sein (okay, wie man dabei guckt, muss ich noch etwas üben) und mich zum Beispiel über den netten Bericht über mich und Teile meines Tuns im Stadtmagazin Frizz freuen 

Donnerstag, 7. März 2013

Beauty is where you find it #55

Die Freundschaft ist das Motto heute bei Nics Fotochallenge – ein so weit gefasstes Thema mit unendlichen Möglichkeiten, dass ich zum Naheliegendsten griff, im wahrsten Sinn des Wortes. Hier im Bücherregal steht nämlich eine kleine Plexiglasscheibe: Sommer `96. Verdammt lang her, doch die Erinnerung ist lebendig, als wäre es gestern gewesen.
Meine heute in Sidney lebende Freundin Regina und ich auf unserem ersten gemeinsamen Surf-VW-Bus-Trip an die Atlantikküste. Das Foto entstand nach einer kleinen Surfsession in Anglet bei Biarritz. Die Surffreude war spontan unterbrochen wurden, weil ich in den fiesen Giftstachel eines Petermännchenens getreten war. Kennt Ihr das? Es tut höllisch weh. Als das Foto geschossen wurde, kochten wir uns gerade neben dem Bus einen Kaffee, ich trug meine grüne Wollmütze und es ging mir schon wieder gut.
Später schenkte mir Regina das Bild in dieser tollen Art zu Weihnachten. Wir studierten damals Architektur und hatten gerade den Transfer von Fotos auf Plexiglas oder Holz entdeckt.
So geht es:
* Foto mit einem Tintenstrahldrucker spiegelverkehrt kopieren. Die Kopie mit der Bildseite auf den entsprechenden Untergrund legen. Von hinten vorsichtig mit einem in Aceton getränkten Läppchen tupfend und drückend einweichen. Vorsichtig nachgucken und sich freuen, wenn möglichst viel Tinte des Bildes auf dem Untergrund haften blieb.
Das sieht auch ganz toll aus, wenn man Farbkopien auf Holz aufbringt. Ach, ich glaube, das mache ich mal wieder.

Mittwoch, 6. März 2013

Recycling: Tüten falten

Ich bin immer ganz erschüttert, wie teuer Geschenktüten sind, überhaupt alle Verpackungen. Außerdem habe ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Papier oder Tüten kaufe, nur um darinnen für den Moment der Geschenkübergabe etwas einzuwickeln. Dabei hat doch ein jeder von uns Unmengen an Papier zuhause. Also habe ich mir einmal überlegt, wie so eine Papiertüte gefaltet und geklebt wird. Es macht richtigen Spaß und man kann ganz individuell abgestimmte Tüten herstellen.
So geht´s:


Man nimmt ein dekoratives Blatt aus einem Magazin oder einem alten Buch (hier aus einem ausrangierten Atlas). Dieses faltet man einmal längs, so dass es eine breite und eine kurze Überlappung gibt. Durchgehend mit Klebeband zusammenkleben. Nun die Unterseite je nach gewünschter Tütenbodengröße umfalten, dann die beiden Ecken umknicken. Scharf falzen.


Die Falze wieder öffnen und die Ecken an den Falzlinien nach innen drücken. Auf den Tisch legen, eine Seite hoch klappen und fest falzen. Nun eine der unteren Längsseiten auf die Mitte hin einfalzen. Die andere Seite ebenfalls, allerdings über die Mitte hinaus, so dass sie überlappt. Mit einem langen Stück Klebeband miteinander verbinden. Das Klebeband sollte über die beiden Unterseiten hinausgehen, damit diese am Tütenboden fixiert sind.


Tüte auffalten, füllen, obere Seite umknicken und fixieren. Fertig! Schön und praktisch für jede Gelegenheit.

Freitag, 1. März 2013

Aufschnitt – ein Laden-Atelier

Heute haben sich ein paar Freunde im Heimatstädtchen einen Traum erfüllt – in einer alten Metzgerei mit dahinter liegender – nun, ja – Schlachthalle haben sie ein charmantes Atelier mit kleinem Laden eröffnet: das Atelier Aufschnitt. Es ist wunderschön geworden und Kaffee gibt es auch. Ich wünsche den Fünfen viel Freude und Erfolg damit.


Daniel Wildner bereichert das Projekt mit Fotografien, Katja Stefani mit Mode für Große (und Kleine), Christina Harres hat neben ihrem Label frau zucKer (tolle Taschen) ein neues Label für Kinderkleidung gegründet (Heiter & Wolke), Kathrin Ulrich näht niedliche Monster und Petra Neumeister (leider nicht mit auf dem Bild) gibt Textilien Form.















Hinten in den Ateliers könnte ich mir auch ein schönes Arbeiten vorstellen. Der Laden liegt in Darmstadt in der Kaupstraße Nummer 42. Und das ist ja bekanntlich die Antwort, ;-).