Samstag, 13. August 2011

Alles Theater


Ob nun als politische Kunst von unten mit proletarischen Wurzeln oder als eine Abwandlung der Happenings der Kunstschickeria in den 1960er Jahren - ich liebe Straßentheater. Einfach als das, was es neben jeglichen theoretischen Aufgeladenseins für mich ist: Lachen, staunen, berührt sein - irgendwo draußen, wo der Ort zur Inszenierung dazu gehört und die Menschen mit einbezogen werden.



Im Heimatstädtchen haben Rainer Bauer und Iris Daßler zum 18. Just For Fun Straßentheaterfestival geladen. Internationale Künstler bespielen einige Tage lang verschiedene öffentliche Räume.
Für einen Artikel im Lieblingsmagzin No. 16 interviewte ich Herrn Bauer. Damals schrieb ich:

„Bratwurst gibt es keine“, sagt Rainer Bauer. „Die Leute kommen und schauen sich die einstündigen Vorstellungen an, die keine Pausen haben. Man kann aber ein Bier trinken.“

Das Straßentheaterfestival will sich so von der üblichen „Event – Kultur“ Darmstadts mit seinen unzähligen Essensbuden abheben. Stattdessen gibt es Kultur mit unterhaltsamen Charakter.

„Wir bieten auch bewusst kein explizites Kinderprogramm, weil wir ein Publikum jeden Alters ansprechen wollen.“


Cirqu´ Oui (GB/CH/D) - Poetisches Zirkustheater

Wir waren da, vorgestern zu zweit, gestern zu viert. Wir standen gemeinsam im Regen und spürten ihn nicht. Die Menschen lachten. Die Kinder klatschten und ich wischte mir ein paar Tränen der Rührung fort. Wir tranken ein Bier, trafen Bekannte und Unbekannte und gingen beseelt nachhause. Danke dafür! Gleich gehen wir noch einmal.


Knäcke (D) - Rock´n Roll Slapstick

In zwei Jahren wird das Festival zum 20. Mal stattfinden. Ein Jubiläum mit Grund zum Jubeln - 20 Tage soll es währen, 20 Künstler dürften auftreten. Doch Kunst braucht Geld. Man darf Sponsor ("100 Förderer gesucht!") werden. Ist gar nicht schwer. Und es lohnt, denn abends geht man beseelt nachhause.


Noah Chorny (USA) - Luftartistik

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