Freitag, 11. Oktober 2013

Mein Tag auf der Buchmesse 2013

Jedes Jahr gibt es einen Donnerstag, den ich auf der Frankfurter Buchmesse verbringe. Dieser Tag ist immer aufregend, von den verschiedensten Gefühlen – von "Wer bin ich und was soll ich auch noch hier?" bis "Himmel, ist das spannend!" – geprägt und sehr, sehr anstrengend. In all dem Trubel treffe ich mich darum auch immer zur Mitte des Tages mit meinen Freundinnen auf den Gastro-Treppen zwischen Halle 3 und 4 zu einem Panini.
Davor und danach gilt es spannende Dinge zu entdecken, Menschen kennenzulernen und eventuell Kontakte zu knüpfen. Letzteres lerne ich so langsam. Aber es gibt noch viel Luft nach oben. Ich sitze wohl doch lieber am Schreibtisch und denke mir Geschichten aus.
Normalerweise stromere ich immer durch Halle 3.0 (Kinder- und Jugendbücher) und 4.1. (Kunst). Dieses Mal ließ ich die 4 ausfallen. Dafür machte ich einen Abstecher ins ARD Forum.
Neben den vielen tausenden Schritten, die man so läuft, den Minuten, die man in der Toiletten- oder Kaffeeschlange ansteht, dem Päuschen auf der Treppe und dem Blättern in Neuerscheinungen, passierte mir noch das:

1. Ich wurde zum Teeny.
Gerade passierten wir plaudernd den Beltz & Gelberg Stand, da erblickte ich aus dem Augenwinkel einen Rauschebart. Oh, ha, das war doch nicht etwa ...? Und dann stand ich meinem Idol gegenüber und ließ mir sein neuestes Buch signieren: der Schotte Philip Ardagh. Ich entblödete mich auch nicht, ihm zu gestehen, dass er meine größte Inspiration sei. Oh, Gott, wie peinlich. Daraufhin lächelte er und meinte: "Yes, I like to write some silly things." Ich bat ihn, damit nie aufzuhören.




2. Ich lernte endlich die Illustratorin meiner Bücher Eva Schöffmann-Davidov persönlich kennen. Wir haben uns sofort umarmt, setzten uns und sie skizzierte mir schnell die superduper Idee, die sie zu meinem nächsten Buch hat. Es wird toll! Dann hatten wir noch etwas Spaß mit den anderen: meiner (einen) Verlagschefin Mascha Schwarz und meiner Lektorin Angela Mense.




von links nach recht: Frau Herden (ich), Angela Mense (Lektorin), Eva Schöffmann-Davidov (Illustratorin), Mascha Schwarz (Verlegerin)

3. Ich lauschte einer Stunde den Anekdoten von Leander Haußmann aus seiner Zeit des Ostens im ARD Forum. Er weiß launig zu unterhalten. Wenn sein Buch "Buh" ebenso funktioniert, macht es sicher großen Spaß, es zu lesen.


4. Ich blätterte mal durch das Weihnachtsbuch "Weihnachten so wunderschön" vom Ueberreuter Verlag, in dem es eine Geschichte von mir gibt. Dieses Buch ist ein Adventskalender – 26 Autoren schrieben eine Geschichte zum Vorlesen, die den Kids aber auch den Vorlesern gefallen soll.




5. Ich lauschte einem Akkordeonständchen von Ulrich Tukur.


Hier noch einige Impressionen:


Einer meiner Lieblingsstände ist der Kein&Aber Verlag. Ganz besonders hat es mir dessen KinderFragebuch angetan.

Nachtrag 15.10.: Gerade erfuhr ich von meiner lieben Lektorin, dass der Kein & Aber-Stand verkauft wurde. Ab nächstem Jahr soll es dort digitalisierter und entmaterialisierter zugehen. Na gut, ich bin trotzdem gespannt.









Donnerstag, 10. Oktober 2013

Beauty is where you find it

Yellow – Gelb, das Thema heute in Nics Fotoprojekt.
Über meinem Schreibtisch:

Dienstag, 8. Oktober 2013

Eine Süßspeise zum Abheben – Limonen Tiramisu

Am Sonntag bereitete ich uns eine feine Süßspeise. Wir aßen sie am frühen Abend zu Kaffee und Kuchen bei meinen Eltern. Das ist wichtig zu wissen, denn das Dessert muss für ca. 4 Stunden in den Kühlschrank. Ich schreibe das also gleich zu Beginn, kennt man ja, was sonst gerne mal passiert.


Man braucht (für eine Dessertschale 15 x 25 cm):

1 Packung Löffelbisquits / 500 g Mascarpone / 250 ml Sahne / 3 bis 4 EL Puderzucker / 50 ml Limettensirup / 100 ml Orangensaft (am besten frisch gepresst) / Lemon Curd (bekommt man in der Marmelade-Abteilung)


So macht man das Tiramisu:
Die Schale mit Löffelbisquits auslegen.
Den Limettensirup und den Orangensaft mischen. Die Hälfte davon auf die Bisquits gießen.


Sahne mit dem Puderzucker steifschlagen. Den Mascarpone dazugeben und weiterschlagen, bis alles gut vermengt ist und eine fluffige Creme entstanden ist. Die Hälfte der Creme auf die durchtränkten Bisguits geben und verstreichen.


3 bis 4 El Lemon Curd darauf verteilen (vorher kräftig im Glas durchrühren).
Eine zweite Schicht Löffelbisquits darauf legen. Mit dem restlichen Sirup/Saft tränken.
Die andere Hälfte Creme darauf verteilen.


Mit Lemon Curd bestreichen.
Und für etwa 4 Stunden ab in den Kühlschrank.
Später die Schale einfach auslöffeln. :-)

Montag, 7. Oktober 2013

Im Salamanderwald

Wenn es regnet, grau, diesig und kühl ist, bleiben wir gerne zu Hause im Gemütlichen. Blöderweise bekommt man dann manchmal eine schlimme Melancholie. Darum ist es besser, sich in etwas Wasserfestes zu werfen und in den tropfenden Wald zu gehen. Dort kann man Wundersames entdecken. Und ganz plötzlich ist man mitten in einem Märchen. Das kann man sich dann später zuhause bei Kakao und Kuchen erzählen.





Gestern entdeckten wir den Salamanderwald. Er war voller Moos und Nadelbäumen und heisere Hexenstimmen wisperten unter den Hüten der Pilze. Ein Wald, in dem Feuersalamander normalerweise nicht leben. Trotzdem schlichen fünf Gesellen durch das regentriefende Moos und leuchteten grell aus dem Totholz. Sie waren dick gefressen von den unzähligen Schnecken, die selbst wiederum dick gefressen waren von den unzähligen Steinpilzen.





Todesmutig beugte ich mich über die glänzenden Lurche. Ganz nahe wollte ich sie mit der Kamera bannen. Ich hatte großes Glück, denn sie bedienten sich nicht ihrer Sekretdrüsen. Hier heraus können sie nämlich bis zu einem Meter weit ihr Gift spritzen. Es hätte mir in den Augen und auf der Haut gebrannt (so, wie es Kurt zwischen den Riesenlurchen in der Kanalisation im "Letzten Donnerstag" passiert). Vielleicht hätte es mich auch auf dämonische Art und Weise verwandelt. Man munkelt seit vielen Jahrhunderten so etwas.
Feuer löschen können Feuersalamder damit übrigens nicht. Darum macht es auch keinen Sinn, sie ins Feuer zu werfen.









Samstag, 5. Oktober 2013

Eingelegte Auberginen

Auf dem Acker hatten wir drei Auberginenpflanzen. Sie trugen überraschend viele der länglichen lila Früchte. Natürlich waren die beinahe alle gleichzeitig reif und bereit, verspeist zu werden. Ich habe nicht so oft Lust auf Ratatouille, darum zauberte ich etwas völlig anderes daraus – gebratene und in Olivenöl eingelegte Auberginenscheiben.

Das braucht man:

2 Auberginen / 2 bis 3 EL. grobes Meersalz / ca. 300 ml Olivenöl / 2 Knoblauchzehen / 1/2 Dose gesalzene Erdnüsse / einen Hauch gemahlene Chilischoten und Pfeffer.
Außerdem ein fest verschließbares Glas und etwas Zeit.


So macht man sie:

Die Auberginen in 1 bis 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Auf ein Blech oder ein Brett legen und dick mit groben Salz bestreuen. Das Ganze etwa 20 Minuten liegen lassen. Das Salz entzieht den Auberginenscheiben die Bitterkeit. Mit einem Küchentuch die entstandenen Tropfen von den Scheiben nehmen. Dann ordentlich Olivenöl darauf verteilen. Das Öl einziehen lassen.
Ein Schraub- oder Weckglas mit kochendem Wasser ausspülen (auch den Deckel). Das ist wichtig, damit die Auberginen nicht schimmeln.
In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen und die Auberginenscheiben zugeben. Immer wieder wenden und von beiden Seiten bräunen lassen. Solange bei mittlerer bis höherer Hitze braten bis sie weich sind und nahezu zerfallen. Das passiert seltsamerweise ganz plötzlich. Die heißen Scheiben ins Glas geben. Fortfahren bis alle Scheiben gebraten sind.
Noch einmal ordentlich Olivenöl in die Pfanne geben. Erdnüsse und Knoblauchscheiben hinzufügen. Bei mittlerer Hitze braten bis der Knoblauch geröstet ist. Über die Scheiben ins Glas geben. Es sollte möglichst soviel Öl sein, dass alle Scheiben damit bedeckt sind. Glas verschließen.
Im Kühlschrank wären die Auberginen etwa 2 Wochen haltbar. Aber eigentlich hat man sie vorher aufgegessen. Sie schmecken ganz wunderbar solo mit Brot aber auch als Zutat für ein Sandwich oder ein Panini.

Freitag, 4. Oktober 2013

Beauty is where you find it – Grün zur Erntezeit

Eine wunderbare Gelegenheit unsere Wassermelone zu zeigen, ist Nics Thema "Grün".
Ich war ja damals sehr skeptisch. Aber das Söhnchen bestand darauf. Auf dem Acker sollte eine Wassermelone heran reifen. Wenigstens eine und wenn sie auch nur sehr klein bleiben würde. Ich war mir beinahe sicher, es gäbe nicht einmal eine ganz kleine. Stimmte aber nicht. Es gab eine. Etwa 15 cm im Durchmesser und aromatisch, süß und köstlich. Wir haben die Kerne gesammelt. Für´s nächste Jahr.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Ein Cover für mein Buch – Ein manchmal schmerzhafter Prozess

Oft werde ich auf Lesungen gefragt, ob ich die Bilder in und auf meinem Buch selbst zeichne. Das tue ich natürlich nicht, denn das macht ja zum Glück Eva Schöffmann-Davidov. Und sie macht das richtig toll.
Doch genau so, wie das meiner Meinung nach fertige Manuskript von der fleißigen Lektorin noch einmal in alle Einzelheiten zerlegt wird, ziert das fertige Buch schließlich ein Cover, das durch verschiedene Entwicklungsstadien gegangen ist.
Aus meinem Architekturstudium erinnere ich sehr schmerzhaft die Entwurfsprozesse. Wenn ich stolz wie Oskar mit einem meiner Meinung nach perfekten Entwurf in die Korrektur kam, passierte es nicht selten, dass der Prof einen Blick darauf warf und meinte: "Das ist schon mal ein guter Ansatz. Mach weiter!" Hallooooooo? Ein Ansatz? Darüber hatte ich tagelang gegrübelt, dann tagelang gezeichnet. Schmerzhaft, aber lehrreich. Denn es ging tatsächlich immer noch etwas besser, wie ich im Nachhinein oft zugeben musste.
Oft, aber eben nicht immer. Denn da gibt es ja noch den Flow, diesen selbstvergessenen Zustand, der am Ende etwas Wunderbares hervorgebracht hat. So etwas könnte man dann eigentlich nicht verbessern. Dann braucht man jemanden, der das erkennt. Manchmal ist nämlich ein Kompromiss nur ein solcher und keine Verbesserung.

Einige Cover-Stadien von Eva Schöffmann zu meinem Buch "Letzten Montag habe ich das Böse besiegt":


Das war der erste Entwurf. Ich habe immer furchtbares Herzklopfen, wenn ich eine Mail mit einem Coverentwurf öffne. Ich fand ihn toll. Fragte aber noch nach einigen grusligen Zutaten, wie Knochen, Spinnen und Ähnlichem. Ich darf zwar nicht wirklich mitbestimmen, aber Wünsche äußern. ;-)


Der zweite Entwurf war klasse. Ganz besonders verliebt war ich in das kleine Chamäleon und vor allem in den Totenkopf, der meinen Namen zierte.



Dann schrieb der Verlag, das Cover sei doch ein ganz anderes und ich solle nicht erschrecken. Tat ich nicht. Ich verstand ihn sofort sehr metaphorisch, quasi die Schlange = das Böse. Im Dschungel gibt es natürlich viele Schlangen und auf einer halben Seite wird auch ein Exemplar Kurt gefährlich, aber eigentlich kommt sonst gar keine Schlange weiter vor. Außer eben metaphorisch.


Zwei weitere Entwürfe bekam ich. Jedes Mal hatte Eva noch etwas hinzugefügt und Details verändert. Natürlich habe ich alles ganz genau betrachtet und auch "Finde die Unterschiede!" gespielt. Wünsche äußern konnte ich nun nicht mehr. Zum Glück war das dann auch gar nicht mehr nötig.


Im Frühjahr erscheint mein nächstes Buch. Vor zwei Tagen schickte mir Eva dazu ihren Coverentwurf. Ich fand ihn einfach toll! Es ist einer, der in einem oben beschriebenen Flow entstand. Doch leider hat der Verlag ihn abgelehnt. Auweia. Mal sehen, wie das nun weitergeht.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Ich bin eine ganz normale Frau – vom Dickfühlen

Das muss jetzt auch mal sein:
Ich bin eine ganz normale Frau. Darum hadere ich natürlich mit dem Altwerden, habe nichts anzuziehen und finde mich zu dick. Letzteres hat seine gewichtigen Gründe. Nämlich 20 Kilogramm. Die habe ich in den letzten 3 Jahren zugenommen. Zwar liegt mein BMI bei 25 und in meinem Alter (42) gilt selbst die 26 noch als Normalgewicht. Doch das sagt eher etwas über meine Figur vorher aus.
Ich neige dazu, fatalistisch zu denken. So nach dem Motto: Gut, dann ist eben alles egal und ich trage nur noch weite Sweatshirt-Jacken und Jogginghosen.
Irgendwie und irgendwann würde ich das Überflüssige schon wieder loswerden. Darum habe ich mir auch keine Kleider in der großen Größe gekauft.
Das Ganze ist natürlich großer Unsinn. Erstens fühlt man sich in Jogginghosen noch unförmiger, zweitens sollte man damit nur im Notfall auf die Straße gehen. Oder wenn man eben joggen möchte. Da ich nur eine gute Hose in groß habe, kann ich nur hinaus, wenn diese tragbar, also gewaschen, ist oder ich muss vorgeben zu joggen. Das ist mit vollen Einkaufsbeuteln sehr anstrengend und sieht auch, glaube ich, nicht überzeugend aus.
Die meisten Leute sagten mir, sie würden das gar nicht sehen mit den zusätzlichen 20 Kilo. Das glaube ich aber nur denen, die mich das letzte Mal im Januar oder Februar 2001 sahen. Da war ich hochschwanger mit dem Söhnchen. Alle anderen wollen mir nur schmeicheln. Darauf falle ich aber nicht herein.

Vor 21 Jahren in Kapstadt. Sehr bedenkenswert: Immer, immer fühlte ich mich zu dick. Na klar, ich arbeitete als Model, da gehört das quasi zum Berufsethos. Trotzdem. Heute sehe ich dasselbe Verhalten bei meinem superschlanken Töchterchen und bin entsetzt. 

Es gibt jedoch Freundinnen, die versuchen wirklich Mut zu machen. Letztens auf Mallorca sagte meine Freundin Katinka Buddenkotte: "Antje, wir haben Figuren wie zwei gute Steaks: Innen schön mager und außen eine saftige Fettschicht drumherum." Na, also. Man muss die Dinge nur anders ausdrücken.
Mallorca im September ist sowieso grandios für das Selbstbewusstsein. Jeder Tag am Strand ließ mich schöner, jünger und dünner fühlen. Das lag natürlich an Mechthild, Gertrud und deren Freundinnen, die auch alle da waren. Vielleicht ist das eine ganz neue Wellness-Tourismus-Idee? Einen Bikini habe ich trotzdem nicht getragen. Das wäre unwürdig gewesen. Für den Bikini. Stattdessen haben wir uns einsame Buchten gesucht und ich habe nackt gebadet. Nackt geht immer. Seltsam. Außerdem ist nackt ein bisschen wie Freisein.
Frau Buddenkotte sagte noch andere nette Dinge. "Man kann das noch sehen, dass unter dieser Schutzschicht ein schöner, starker Körper steckt. Du musst nur den ganzen Plunder wegräumen und das Ganze mal frisch aufbügeln. Dann ist das wieder tiptop."