Dienstag, 29. November 2011

Dreitageladen 2011 - ein Resumée



"Hier ist es ja schön!"
"Das nenne ich Kreativität!"
"Schade, dass es den Laden nur einmal im Jahr gibt!"
"Tanja singt ja unglaublich toll!"
"Leckerer Kuchen!"
"In den Armreifen habe ich mich einfach verliebt!"



Schöne Aussagen, die mich wirklich freuten und mich wissen ließen, warum wir das alles machen.



Jedoch:
Es kamen nur wenige.
(Bis auf den FreitagAbend zum Konzert - das war richtig klasse, mit allem Pipapo, sogar mit brennenden Ölfässern und darüber Tanjas einfach schöner Stimme und die Western-Saloon-Rhythmen von candyjane.)



Während wir im letzten Jahr aus den Wänden krachten, hatte nun in diesem fast jeder Besucher die Räumlichkeiten für sich allein.
Natürlich machte uns das betroffen. Wir hatten doch alles richig gemacht: ein schönes Set-Up, tolle Aussteller, Werbung und Presse, und das alles auch noch vor Weihnachten.
Wir haben es nicht verstanden und alle viel zu viel Kuchen gegessen.
Trotzdem, auch dies eine Erfahrung. Ich muss sie nur erst noch auswerten, um sie einschätzen zu können.
Wir haben das Beste draus gemacht. Aus der Langeweile heraus entstehen ja bekanntlich viele verrückte Ideen. Man wird von uns hören. Auf ganz und gar unerwartete Weise. Versprochen.



Donnerstag, 24. November 2011

Weihnachtsbastelei #4 - kleine Weihnachtswelten



Ich gebe zu, diese kleinen Welten sind nicht wirklich eine kleine Weihnachtsbastelei für nebenbei oder gar mit Kindern. Sie sind aufwändig, man muss eine Menge Material besorgen und man muss sich darauf konzentrieren. Doch sind sie einfach schön.
(Wer sie möchte ohne selbst zu basteln, kann sie auch gern auf dem Dreitageladen oder später in meinem MädchenLädchen kaufen. Der entsprechende Preis erschließt sich nicht nur im Betrachten der Bilder, sondern auch, wenn man weiterliest.)



Man braucht:
* eine Holzgarnspule (oder etwas anderes aus Holz, das die Funktion eines kleinen Sockels erfüllt und einen entsprechenden Durchmesser hat)
* Schaumstoff, etwa 1 cm dick und im Durchmesser der Garnspule
* schöne Borte, von der Länge des Umfangs der Spule + 1 cm
* grüne Filz-Wolle (ich verwende eine, die noch etwas Lanolin enthält, also keine Märchenwolle)
* Tiere, Pilze, Bäume und andere Figuren allerlei Art, aus denen man kleine Szenen kreieren kann
* ein Kerzenhalter zum Festschrauben
* kurze Stahlnadeln
* Perlen, Pailletten, Knöpfe, Seidenblütenblätter
* Alleskleber
* Heissklebepistole
* kleiner Hammer



Zuerst schneidet man den Schaumstoff zurecht. Dann umwickelt man diesen mit Filz-Wolle. Mit einer Trockenfilz-Nadel wird die Filzwolle um den Schaumstoff gefilzt.



Dabei kann man sich schon einmal eine Komposition überlegen und diese dann, sozusagen erst mal trocken, auf dem Schaumstoff arrangieren.
Für die Bäume und die Pilze schneide ich Löcher in den Schaumstoff, durch die ich den Draht, der sich an den Pilzen befindet oder in dem die Bäume oft enden, hindurchführe. Dann biege ich diesen Draht in Schlingen. So halten Pilze und Bäume schon einmal.



Die Pilze verziere ich übrigens noch mit Knöpfen und Perlen. Dazu stecke ich diese mit kleinen Nadeln fest.
Dann streiche ich die Unterseite mit Klebstoff ein, lege das Ganze auf die Spule und schraube den Kerzenhalter fest ins Holz. An einigen Stellen, schlage ich kleine Stahlnägel, auf die ich zuvor Perlen und Pailletten gesteckt habe, ins Holz.
Während das alles trocknet, nähe ich aus einem Samtband und Spitze eine schöne Borte. Diese klebe ich mit Heisskleber an der Kante der Spule fest. Einen Zentimeter lasse ich dabei überlappen. Auf diesen befestige ich mit Kleber und einem Nagel Blütenblätter, Knopf und Perlen.



Schließlich klebe ich mit Alleskleber die Rehe (ich habe hier übrigens alte Rehe der Firma Koziol aus den 1960er Jahren verwendet) und Figuren auf.
Um der kleinen Welt noch den letzten Schliff zu verpassen, verteile ich noch ein paar leuchtende Kristallperlen auf dem Grün, die ich mit Nägeln im Holz befestige.
Pro Welt habe ich 2 Stunden benötigt.




"Ach, da kriegt man richtig Lust, in den Wald zu gehen", sagte das Töchterchen heute morgen, als sie die vier kleinen Szenerien entdeckte.
Die untere ist übrigens mein Favorit.


Mittwoch, 23. November 2011

L´homme du crêpes - auf dem Dreitageladen



Als mir eine Freundin letztens erzählte "Thomas hat sich übrigens einen Crêpes-Wagen gekauft", fand ich das richtig toll. Das schien mir eine ganz einzigartige Bereicherung des Lebens. Im echten Leben ist Thomas schon Autor, Inhaber des charmanten Kinderbuch Verlags Wolff und Vater. Eigentlich ja eine ganz prima Sache. Nun also noch ein Crêpes & Galettes-Wagen. Natürlich habe ich ihn sogleich eingeladen, mit seiner mobilen Crêperie unseren Dreitageladen zu bereichern. Und ich habe ihm ein paar Fragen gestellt.



Wie kamst Du auf die Idee einen Crêpes-Wagen zu kaufen?
Ich esse unglaublich gerne Crêpes – was liegt da näher, als selbst Produzent zu werden? Dann schmecken die Crêpes besser und man muss nie dafür bezahlen. Außer beim Einkaufen der Zutaten …

Wo warst Du mit Deinem Wagen schon?
Der Wagen ist neu – also neu für mich, dabei ist er gebraucht. Ich war aber schon einige Male auf dem Markt am Dornbusch (Frankfurt). Der Standort ist ideal: In der Nähe müssen insgesamt 2.000 Schüler lernen – in der Pause gibt es dann Crêpes …

Wie fühlt es sich an, ein Crêpes-Verkäufer zu sein?
Crêpes machen und verkaufen ist wunderbar!
Es ist eine Arbeit, bei der ich nicht nachdenken muss, sie ist einfach, ich stelle was her und ich blicke ständig in zufriedene Gesichter.
Bei meinen sonstigen Arbeiten muss ich immer nachdenken, Lösungen finden, „Herausforderungen meistern“, auf Knopfdruck kreativ sein. Das macht auch Spaß. Aber es ist unglaublich anstrengend.
Crêpes dagegen sind unkompliziert: Rezept nehmen, Zutaten verrühren, Crepes backen, Creps verkaufen.

Ist es auch so etwas wie ein lustiges Hobby? Eine Möglichkeit, neue Ideen zu finden?
Irgendwie schon auch, ja. Ich habe bisher noch nicht viele Märkte gemacht – aber da ist man Mitten im Leben.
„Karl – die ham auch Kallettes. Karl willste Kallettes?“ rief beispielsweise eine aufgeregte ältere Dame ihrem Karl zu, bevor sie sich zu mir umdrehte und freundlich fragte:
„Was sind eigentlich Kallettes?“
Da ihr Karl keine „Kallettes“ wollte, erzählte mir die freundliche Dame vom Durchfall ihres Hundes und bestellte einen Crepes mit Nutella. Nach der Geschichte hätte ich ihr zwar eher einen Crepes mit Zucker und Zimt empfohlen – aber der Kunde ist König …


(Bilder via, via, via, via, via)

Wer also einen herzhaften Galettes oder einen süßen Crêpes aus Thomas Wagen probieren möchte, der kann am Samstag, dem 26. November, zum Dreitageladen kommen. Dieser findet Im Niederfeld 8 / Darmstadt statt. Am Samstag ist er von 15 bis 20 Uhr geöffnet.

Dienstag, 22. November 2011

Der weltbeste Karottenkuchen

Am Wochenende gab es ein nettes Event zu dem ich Kuchen mitbrachte. Ich habe drei, vier Rezepte für Mitbringkuchen, die einfach immer funktionieren. Am Schönsten sind die "Oh, wie lecker"-Verzückungen, die der, im ersten Moment etwas unscheinbar wirkende, Karottenkuchen mit Frosting hervorruft.
Wie immer wurde ich nach dessen Rezept gefragt. Darum also hier und jetzt: a supreme carrot cake from Renee Mancino of carrot top pastries, N.Y.



Gefunden habe ich das Rezept in meinem absoluten Lieblings-Kochbuch: New York Cook Book by Molly O`Neill. Diesen 500-Seiten Wälzer habe ich mir vor 18 Jahren aus Miami mitgebracht, man kann ihn aber auch im Buchhandel bestellen.




Man braucht (meine Umrechnungen stehen in Klammern):


für den Kuchen:

* 1 cup (236 ml) Pflanzen-Öl
* 2 cups (480 g) Zucker
* 7 große gerieben Karotten (dieses Reiben sollte eine Küchenmaschine übernehmen, ansonsten ist es wirklich anstrengend. Reibt man die Karotten sehr fein, wird der Kuchen fest und sehr feucht. Lässt man die Schnitzen größer, wird der Kuchen luftiger, aber trotzdem saftig.)
* 1 cup (wir nehmen etwa 2 Kaffeetassen voll) gehackte Walnüsse
* 2 cups (260 g) Mehl
* 1 EL Backpulver
* 1 TL Zimt-Pulver
* 1 TL Muskat (frisch gerieben)
* 1/2 TL Salz
* 4 große Eier

für das Frosting:

* 125 g Butter
* 1/4 cup (55 g) Palmin Soft
* 12 ounces (340 g) sahnigen Frischkäse
* 2 EL Milch
* 1 TL Vanille-Extrakt
* 1 1/2 cup (210 g) Puder-Zucker

So geht´s:
* Alle Zutaten, bis auf die Eier, in eine große Schüssel geben und mixen. Dann nach und nach die Eier hinzugeben und gut mixen. In eine geölte Form geben - (Wir benutzen verschiedene Formen. Entweder eine 39 cm x 30 cm Kastenform. Darin wird der Kuchen etwas flacher und er muss etwas früher aus dem Ofen. Oder eine 30 cm x 24 cm Form, dann wird der Kuchen entsprechend höher.) - und etwa 45 Minuten bei vorgeheizten 180 Grad backen.

* Den fertigen Kuchen ganz auskühlen lassen. Dann das Frosting herstellen. Dazu die weiche Butter, das Palmin Soft und den Frischkäse verrühren. (Hier muss man beachten, dass die Butter wirklich weich ist und keine Klümpchen bildet, lieber etwas länger verrühren, oder die Butter vorher allein rühren bis sie cremig ist.) Dann Milch, Vanille und Puderzucker unterrühren bis alles eine schön cremige Konsistenz hat. Die Masse über den kalten Kuchen ziehen.

Achtung: Der Kuchen ist zwar phänomenal, doch der normale Bürger schafft vielleicht ein Stück von 5 cm auf 10 cm. Darum die Stücke lieber kleiner schneiden.

Montag, 21. November 2011

Ateliergeschichten - Anna aus Finnland



Als ich Anna in ihrem kleinen Häuschen besuchte, das sie gemeinsam mit Oskar Waild bewohnt, war es Abend. Das hatte einen Vor- und einen Nachteil. Einfach einmalig war der überbordende Abendbrottisch, an dem wir uns zum Gespräch niederließen. Zum Fotografieren war es allerdings zu dunkel. Andererseits ist Anna Finnin. In Finnland ist es oft dunkel und kalt, weiß die Redakteurin. Und erklärt sich so die Bilder schön.



Eigentlich hätten wir uns auch irgendwo treffen können, denn Anna erklärt einfach die ganze Welt zu ihrem Atelier, in dem sie überall die Häkelnadeln klappern lässt, um farbenfrohe Mützen für ihr Label PIPOyourlife! zu häkeln.



Die kleine Anna, die, ohne es zu wissen schon ein erweitertes PIPO Modell trug (siehe das Bild ganz oben), wuchs in Finnland auf. Natürlich lässt das die Redakteurin sofort an Skandinavische Einrichtungs- und Bastelbücher denken.



"Nein", sagt Anna, "ich habe vor PIPO nur etwas gestrickt und genäht. Schals und Mützen und Socken und Pullover. So wie jede normale Frau eben." (Aha, denkt die Redakteurin und auch, dass sie noch niemals ein paar Socken gestrickt hat. Einen Pulli schon, okay zwei, der eine wog 15 kg und wurde vom Beschenkten nie getragen, der andere liegt in Einzelteilen noch immer unter dem Bett - das nur mal so am Rande.) "Vielleicht erinnert das aber mein Sohn etwas anders, der ja die Sachen alle tragen musste", fügt Frau Lähdesmäki noch hinzu und lächelt.



Klein-Anna und ihre Schwester besuchten sehr gern die Großeltern. Oma 1 war Modistin und bastelte mit ihnen kleine Biegepüppchen und Pompontierchen. Oma 2 war Schneiderin und mit Opa verheiratet, der mit den Kindern aus allerlei Materialien die ganzen Sommer über Traumlandschaften baute. (Die Redakteurin muss schon wieder an Skandinavische Bastelbücher denken.)



Doch die große Anna, entschloss sich zu einem Architekturstudium. Das empfahl ihr die Schullehrerin, weil sie Annas Zeichnungen bewunderte, außerdem hat Architektur auch etwas mit Statik zu tun, und Anna rechnet sehr gern. So verschlug es sie ins Heimatstädtchen. Letztendlich entschloss sie sich jedoch, ausschließlich ihrer Liebe für Zahlen nachzugehen und übernahm die Buchhaltung eines großen Kulturbetriebes.



Und dann trat PIPO in ihr Leben. Und das in Form einer Mütze, die sie irgendwo sah. "Es war ein herrlich unseriöses Modell, etwas clownesk, aber nicht albern." Anna kaufte sich Wolle und begann diese Mütze aus der Erinnerung heraus nachzuempfinden. Das tat sie beim ersten "Bierhäkeln", das vom Kulturverein "das zucker" initiiert worden war.



"Ich mag keine Projekte, die ewig dauern. Ich möchte eine genaue Übersicht, wann etwas fertig ist. Darum wollte ich letztendlich auch keine Architektin werden."
Zum Ende der trinkfreudigen Veranstaltung hatte Anna die erste PIPO fertiggestellt, die sicher nur noch wenig mit der Inspirationsquelle zu tun hatte, die aber ein Beginn war. PIPO heißt übrigens auf finnisch Mützchen.



Anna mag keine künstlichen Fasern. Darum verhäkelt sie nur Merino-Wolle.
Inzwischen weiß sie ganz genau, welche Wollstärke und Wollart sich zu welcher Form verarbeiten lässt. Das hat sie alles ausprobiert, berechnet und herausgefunden. Vielleicht hat das ja etwas mit ihrer Affinität zur Mathematik zu tun, denke ich und erinnere eine Situation, da eine gemeinsame Freundin wage eine Mütze beschrieb, die sie gern hätte und Anna ihr diese Mütze zwei Stunden später in die Hand drückte.



"Nach Anleitungen kann ich überhaupt gar nicht arbeiten. Darin finde ich mich nicht zurecht und müsste jede Zeile, die ich schon gehäkelt habe, durchstreichen", sagt Anna.
Annas Mützen sind unverwechselbar. Darum ist es auch gar nicht nötig nach einer Anleitung zu arbeiten.



Annas Mützen tragen lustige große Bommeln und sind froh und fröhlich in den Farben. Die Farbzusammenstellung darf man sich aussuchen. Endlich wird es draußen kalt. Mal sehen, wie viele PIPOs ich diesen Winter durchs Heimatstädtchen wippen sehen werde.
Wer noch keine hat: Anna wird am Dreitageladen dabei sein.




Freitag, 18. November 2011

Ateliergeschichten - frau zucKer



Gestern war ich im Atelier von frau zucKer. Frau zucKer kreiert kleine Baby-Sächelchen auf so schöne Weise, dass man ihr Tun Kunst nennen muss. Es gab Geschichten und Hintergründe, Tee und Lebkuchen. Natürlich sind auch wieder Ideen hin- und hergeflogen. Denn auch Christina (frau zucKer) ist immer anfällig für Projekte und Ehrenamtliches. Da trafen sich also mal wieder zwei.




Bevor Christina frau zucKer wurde, hat sie eine Bauzeichner-Lehre gemacht und einige Semester Architektur studiert. Dann stolperte ihre Schwester über den perfekten Beruf für sie: Requisiteur(-in). Eine Requisiteurin kümmert sich um alle bespielbaren Kleinteile auf der Bühne im Theater. Vom ersten Probetag bis zur letzten Aufführung ist sie dabei, muss sich überlegen, wie sie beispielsweise eine Ananas zum Explodieren bringt (ohne das Premieren-Roben oder teure Kostüme beschmutzt werden), besorgt DAS Champagnerglas, beschriftet Stöcke für die Proben mit "Keule" oder "Axt" oder hält Zuckerglas für die entscheidende Szene bereit. Ein sehr kommunikativer und vor allem kreativer Beruf. Erlernt hat Christina ihn in einem 2-jährigem Volontariat am Theater im Heimatstädtchen. Zum Abschluss gab es an einer Schule in Hamburg noch 3 x 4 Wochen Schulblöcke und eine staatliche Prüfung.



Bis zur ersten Babypause arbeitete frau zucKer, die im echten Leben Frau Harres heißt, auf der Bühne und in jeder der Theaterwerkstätten - sie schmiedete Gestelle für Flügel, baute und patinierte Kisten, färbte Stoffe - doch nähen konnte sie nicht. "Ich kann nähen, wenn ich zurückkomme", versprach sie sich und bekam das erste Töchterchen.



Den Nähkurs machte dann aber erst einmal Christinas Schwester. Das Ergebnis war ein kleines Baby-Mützchen. Im Anblick dessen, erwachte frau zucKer in Frau Harres.



Sie versuchte und probierte so lange herum, bis sie ebenfalls eine Kindermütze genäht und diese sogar noch optimiert hatte.



Als dann der charmante kleine Laden "Zeig Dich" im Heimatstädtchen eröffnete, in dem kreative Menschen ein Verkaufsfach mieten konnten, bestückte sie eben so eines mit sieben Mützen. Leider schloss "Zeig Dich" wieder. Doch da formte sich längst ein neues Projekt.



Gemeinsam mit 9 Mitstreitern eröffnete frau zucKer einen eigenen Laden - das Projekt "das zucker". Ein kleines Geschäft, in dem man wunderbare handgemachte Dinge erstehen konnte, einige Dawanda-Lables entdeckte man dort, mein Lieblingsverlag war vertreten, es gab hausgemachte Musik und einige ganz besondere japanische Spässchen - der Lieblingsladen meines damals 10-jährigem Töchterchen, die mit ihrem Roller immer mal wieder dorthin rollerte, um mal zu gucken, was es Neues gab. Inzwischen ist "das zucker" ein wunderbarer Kulturverein mit einem ganz einzigartigem Programm.




Aber frau zucKer näht weiter. Inzwischen gibt es eine kleine Kollektion von ganz besonderer Baby-Kleidung. Auf dem letzten Eintagsladen hat sich eine kleine Zusammenarbeit angebahnt, die mich sehr froh macht: frau zucKer näht und dachs dessert liefert charmante Aufbügler, die in frau zucKers Design integriert werden. Wie schön.




Christina wird mit ihrer kleinen aber feinen Kollektion auf dem Dreitageladen vertreten sein.
Ach ja: Taschen näht sie auch. Wer nicht abwarten kann oder gar nicht zum Dreitageladen kommen wird, kann hier gucken und kaufen.


Donnerstag, 17. November 2011

Weihnachtsbastelei #3 - Hübsche Tassenkerzen




Als ich im letzten Winter auf einer dänischen Seite die ersten Tassenkerzen entdeckte, war ich gleich verschossen. Zumal sich hier im Zuhause immer mal hübsche Tässchen herumtreiben, die um eine nette Recycling-Idee bitten.
Heute habe ich mich also daran gemacht, wer möchte kann es nachmachen.
So geht´s:
Man braucht eine hübsche kleine Sammeltasse. Ich hatte eine mit Untertasse, darum habe ich im ersten Schritt Tasse und Unterteller mit Industriekleber (beispielsweise 2-Komponeneten-Kleber oder E6000 (aus USA)) zusammengeklebt.



In meine Tasse passte nur das Paraffin einer Ikea-Jubla-Kerze. Ich habe die Kerze in der Mitte durchgebrochen, den Docht herausgezogen und die Stücke noch einmal zerkleinert. Diese Kerzenstücke habe ich bei geringer bis mittlerer Hitze geschmolzen. Klug ist, wer dazu einen Topf benutzt, den er sowieso zum Basteln nutzen wollte, oder wer die Kerze in einem kleinen, Metallschüsselchen, das er sowieso nicht weiter braucht, im Wasserbad schmilzt. Ich war nicht klug und musste im Anschluss sehr lange einen kleinen Topf putzen.



Während die Kerze langsam flüssig wird, muss man sich eine kleine Docht-Halterung bauen. Ich habe eine Wäscheklammer mit Klebeband an einem Essstäbchen befestigt und dieses dann in ein Wasserglas gestellt (das wir ansonsten zum Malen nutzen, wie man sehen kann).
Den Docht habe ich dann so in die Klammer geklemmt, dass er ganz gerade bis auf den Tassenboden hing.



Dann habe ich das Paraffin zugegossen. Da ja warme Flüssigkeiten mehr Raum einnehmen als erkaltete Feststoffe, ist der Pegel später etwas niedriger als noch im flüssigen Zustand. Überflüssiges flüssiges Paraffin in den Mülleimer schütten, nicht in den Abfluss des Waschbeckens, ;-). Dann die Tasse eine ganze Weile in Ruhe lassen bis das Paraffin fest geworden ist. Nun den Docht abschneiden und fertig. Viel Spaß!


PS: Man kann auch noch einige Tropen Duftöl in das flüssige Paraffin geben, das ergibt dann eine Dufttassenkerze. Frau Sinnig schlägt stattdessen etwas Bienenwachs vor. Das gibt einen sanften, angenehmen Duft.

Dafür hätte man doch auch Architektur studieren können



Ana Serrano ist Mexikanerin, aber in Los Angeles geboren. Sie liebt Farben, Fassaden und Türen. Diese gibt es im Einen wie im Anderen überbordend zu bewundern - von Neon bis Pastell.
Frau Serrano hat sich diese Inspirationen genommen und Kunst daraus gemacht. Aus Pappkarton hat sie Häuser, Städte und nun den "Salon of Beauty" gebaut. Kann man sich noch bis Mitte Dezember in LA angucken.



Wer jetzt gerade nicht hinkommt unter die Sonne Kaliforniens, kann sich hier einen kleinen netten Film über die Entstehung des Salons der Schönheit betrachten.



Frau Serranos Seite findet man hier.

Mittwoch, 16. November 2011

Olle Strumpfhalter lassen mich an verflogene Sommer denken



Das Söhnchen machte Iihhh!, als er die alten Strumpfhalter sah. Und ja, sie sahen aus - nach etwas, nach Leben, nach Vergangenheit und alten Zeiten. Sie machten mich melancholisch.
Und ich sah sie liegen, in einer Schachtel, noch lange, als sie längst nicht mehr getragen wurden. Weil man das eben nicht mehr tat. Und dann war die alte Dame vielleicht gestorben.
Der Duft nach 4711 hatte sich längst verflüchtigt. Die Letzte, die einen Besen schwang, fegte die restlichen Perlen einer vor langer Zeit gerissenen Kette unter dem Schrank hervor. Und unter dem alten Bett lagen ein paar Wäscheknöpfe, abgesprungen in Nächten, als noch eine verhaltene Leidenschaft ihre Spuren hinterließ und sanftes Gelächter den Raum erfüllte.



Ich habe einen Kessen Kasten aus diesem Gefühl gemacht.


Verbunden mit den, ach, so wunderbaren Schwalben, die allein noch keinen Sommer machen. Fliegt die letzte von Zweien davon, dann nimmt sie ihn mit, den Sommer. Was bleibt, sind Erinnerungen. Schön sollen sie sein, melancholisch dürfen sie sein, sogar ein wenig wehmütig. Mehr jedoch nicht.



Wir sind soweit, dass wir es verstehen. Ach, ach, sagen wir, und hoffen doch, dass es noch ein wenig dauern möge. Aber das tut es ja. Das tut es ja.
Der Sommer steht in voller Pracht. Auch wenn draußen der raureifgeschmückte Herbst schon Winter spielt.



Noch mehr der Kessen Kästen gibt es hier zu sehen.