Sonntag, 7. August 2011

The Ship Song


Meine liebe Freundin Regina aus Sydney hat mir diesen Song geschickt. Das Ensemble des Sydney Opera House (s) hat einen Nick Cave Song interpretiert. Traumhaft schön. Heute für alle, die wollen, zum Sonntag, einfach hier klicken.


Samstag, 6. August 2011

Inspire me!



Eigentlich wollte ich schon gestern über die Komplexität des Lebens an sich und die meines Daseins im Speziellen schreiben - aber dann war kein Platz, weil so viel los war. Ha, vom Leben überrollt.

Soeben kommen wir von einem großen Flohmarkt im Heimatstädtchen. Ich habe bestimmt 15 Kilo modriges Papier (Zeitschriften, Atlanten, Bücher, Etiketten) und einige Duzend kleiner alter Dinge (Tiere, Figuren, Häuser), einige Schachteln, zwei Holzkästen und meine müden Kinder heimgeschleppt. Toll! Ich weiß noch nicht, wohin damit, die Dinge riechen nicht alle gut und so manch ein Verkäufer konnte gar nicht fassen, dass ich ihm für so etwas Geld gab. Die Kinder hatte ich natürlich vorher schon, ;-). Aber mein Hirn macht nun Kapriolen und will loslegen und meinen Händen Anweisungen geben für neue Kesse Kästen und Starke Stücke. Gerade bin ich ganz verliebt in Collagen - klein und fein - ich nenne die Serie "Hosentaschen Kunst" oder "Handtaschen Kunst", mal sehen.



Auf dem Markt zwischen unendlich vielen Kinderklamotten, Spielzeugen, zwischen Küchengerät und Haushaltswaren, altem Plunder und beinahe antiken Uhren, fand sich immer mal wieder etwas, das mich wirklich faszinierte, das ich mir aber nicht kaufte. Ich finde beispielsweise ausgestopfte Tiere toll. Aber ich würde mir so eines nicht in die Wohnung stellen. Sofort fällt mir dann nämlich dieser alte Fellmantel ein, den ich mal aus London mitbrachte und in einer Tüte verpackt etwas länger unter dem Bett vergaß. Irgendwann flog die Tüte einfach zum Fenster hinaus. Es war gruselig.
Trotzdem.



Ein wunderbares Stück der französischen Künstlerin Sarah Garzoni, "Mascarade". Von ihr sind auch diese traumhaft schönen gelabelten Schmetterlinge, "Mimésis".



Zwar skurril und irgendwie gruselig, aber dennoch faszinierend sind die Arbeiten von Kelly McCallum. Ihre Broschen nehme ich gar nichts als Schmuck sondern nur als Kunst wahr. Und Trophäen haben es mir ja sowieso angetan. Auch wenn ein Schnurrbart, der einen Wolf zieren soll, sicher in gewissem Maße respektlos ist.




Einzigartig respektos finde ich auch die Figurine "Mary had a little Lamb" des Porzellan-Künstlers Barnaby Barford. Gerade das handwerklich Perfekte und die süßliche Formensprache macht diese "andere" Übersetzung des Kinderliedes so besonders.



Oder: "I told you this was a good spot." Da muss ich einfach grinsen.
Taucht ein in Mister Barfords frech fröhlichen Kosmos! Es lohnt. Hier seine Seite.


Donnerstag, 4. August 2011

Auf in die Brombeeren!




"Kommt wir holen ein paar Brombeeren und machen irgendwas Leckeres draus!"
Gesagt, los geradelt, die erste süße Sammelsteinfrucht (sie ist nämlich keine wirkliche Beere, sondern wie eine Handvoll Kirschen, irgendwie) aus der Familie der Rosengewächse in den Mund geschoben, "Hm, lecker!" und dann schon die ersten langen Gesichter.
Man kann nämlich nicht mal schnell ein Kilo Brombeeren pflücken (ich schreibe hier allerdings nicht von den Garten- und Farm-Züchtungen, sondern von den wilden), denn Brombeerbüsche haben nicht nur Dornen und Stacheln an den Ranken, sondern auch an den Blättern. Jede der süßen Früchte muss sich verdient werden!
Und wenn es einem gelang, die Größte und Schwärzeste, die wahrscheinlich Süßeste, aber ganz bestimmt die, die ganz oben und ziemlich weit im Gebüsch wächst, ganz langsam und vorsichtig zu erreichen und zart zu greifen, dann könnte sie einem noch immer wieder entfallen, weil einem ein heißer Schmerz ins Bein fuhr - denn Brombeeren leben in heißer Liebe mit Brennnesseln!
Nun ist ja zumindest das Töchterchen viel Schlimmeres gewohnt und auch ich trat im Urlaub zweimal in ein Petermännchen, und das am selben Tag, trotzdem: Zum Brombeeren Pflücken sollte man sich lange Hosen, lange Ärmel, ein paar Stiefel und feste Handschuhe anziehen. Ist man nur in T-Shirt, Shorts und Flip Flops unterwegs, wird die Ernte eher bescheiden ausfallen.

Zuhause habe ich die Früchte gewaschen, gezuckert und etwa eine Stunde saften lassen. Einen wirklich wunderbaren Vanillepudding (aus Raspeln, was immer das sein soll) habe ich mit etwas mehr Milch als angegeben bereitet und diese Vanille-Pudding-Soße über die Beeren gegossen. Sie waren im Nu verspeist.


Wem es trotzdem gelingt, mal ein paar Gramm mehr zu ernten, der könnte sich einmal an dieser Brombeer-Marmelade versuchen.

* 1 kg Beeren
* 500 g Gelierzucker
* 1 Bund Zitronenmelisse

Die Beeren waschen, mit dem Zucker vermengen und klein stampfen. Das Ganze eine halbe Stunde ziehen lassen, dann etwa 4 Minuten kochen, dabei den entstehenden Schaum abschöpfen. Die Zitronenmelisse klein hacken und unterheben. Heiß in die Gläser füllen und diese eine Weile auf den Kopf stellen. Ist bestimmt lecker!

Mittwoch, 3. August 2011

Pricing - Was ist Dir Deine Arbeit wert?




Das Thema gibt es hier im Haus schon immer: Was sind die Dinge wert, die ich kreiere? Wieviel dürfen sie kosten?
Während ich da einfach zu bescheiden (ganz klar ein Euphemismus) bin, verärgere ich mit dieser Haltung den geliebten Mann. Er sieht nämlich sehr genau, was ich in die einzelnen Stücke stecke: meine Mühe, meine Liebe, meinen Enthusiasmus, das schwer zu beschaffende, einzigartige Material - und meine Zeit
Die Frage ist also schon falsch gestellt, denn eigentlich müsste sie heißen: Was müssen sie kosten?
Zu diesem Thema habe ich heute einen sehr guten Post von Lauren Venell gefunden. Sie ist Produkt Designerin und Organisatorin der Conference of Creative Entrepreneurs. Den original Post könnt Ihr hier lesen.

Hier kommen einige Schlagworte und Aussagen daraus, die ich für unglaublich wichtig und interessant halte.

* Pricing is marketing:
Man mag es nicht wahrhaben wollen, aber so funktioniert wohl die Welt: Der Preis einer Ware wird nicht durch deren Wert bestimmt, sondern eine Ware erscheint dem Kunden um so wertiger, desto teurer sie ist. Das bedeutet: Eine hochpreisige Sache wird immer als wertvoller wahrgenommen, als eine günstige Variante. Selbst wenn das günstigere Stück schöner, aufwendiger, aus teureren Materialien und mit mehr Arbeit produziert wurde! Allein der günstige Preis lässt den Kunden vermuten, dass das Stück einfach nicht so toll sein kann.

*Price:
Doch wie errechnet sich der Preis eines Handmade-Produktes?
Die Formel erscheint erst einmal ganz einfach:
Preis = Arbeitsstunden + Material
Der Stundenlohn eines kreativen Selbstständigen liegt in Amerika irgendwo bei 50 Dollar. Wenn man ihn selbst errechnet, muss man seine Lebenshaltungskosten genau ermitteln und durchrechnen, wie viel muss ich in der Stunde verdienen, um all meine Kosten zu decken? Sagen wir mal das wären 25 bis 30 Euro.
Das Material kostet auch nicht nur das, was ich direkt bezahle. Ich verbrauche beispielsweise Stunden, um zu finden, was ich brauche. Und ich muss es lagern. Das sind alles (versteckte) Kosten.
Wenn mein Produkt fertig ist, ist es noch nicht verkauft. Ich muss es präsentieren und zum Verkauf stellen, ich muss online oder real Märkte bestücken und hinter meinem Markstand stehen, egal ob tatsächlich oder am Rechner, ich muss Werbung für mein kleines Unternehmen machen (Vistienkarten, Verpackungen, Blogs, facebook, Flyer, Pressetexte, Fotos usw.), ich muss Verpacken und Verschicken. All das kostet Geld und Zeit. Wo tauchen diese Kosten auf? Wie werden sie bezahlt? Realistisch ist ein Erhöhen des Produktpreises um 20 Prozent.

Hier ein Beispiel:


Meine Hakenleiste "Wilde Tiere" kostet hier 49 Euro. Ist dieser Preis realistisch?

Arbeitszeit: Ich habe das alte Panel gereinigt, die Farbe entfernt und geschliffen, den inneren Teil habe ich gestrichen und die Wandaufhängung angebracht. Die Tiere habe ich jeweils zersägt, mit einer Kunststoff-Gips-Mischung ausgegossen und mit einem Dübel versehen. Dann habe ich sie von hinten mit Schrauben festgezogen. Das Ganze dauerte gute 3 Stunden (abzüglich der Trocken- und Aufräumzeiten).
Material: etwa 10 Euro direkte Kosten.
Aber: ich habe zuvor die Idee entwickelt, ich musste in den Baumarkt fahren, habe vorher recherchiert, mit welchem Material ich die Tiere füllen könnte, habe die Tiere gesucht und gekauft.
Dann musste ich das Objekt fotografieren, beschreiben und bei Dawanda einstellen. Werbung habe ich dafür gemacht, indem ich es in meinem Blog vorstellte.

Also:
3x25 Euro + 10Euro + 20 % = 102 Euro

Das gibt mir zu denken. Ich gebe also meinem eigenen Produkt nicht den Wert, der in ihm steckt. Und nehme mit dem viel zu günstigen Preis dem potentiellen Kunden die Wertschätzung, die es verdient.

* wenn alles nur ein Hobby ist:
HobbyBastlerinnen, die gar nicht ihren Lebensunterhalt mit dem Hobby verdienen möchten, haben eine wunderbare Möglichkeit, ihre Dinge zu werten: Einige Stücke zum reell kalkulierten Preis verkaufen, um das Hobby zu finanzieren, und den Rest der Produkte für Gute Zwecke spenden! Denn wer sie zu klitzekleinen Preisen anbietet, weil er das Geld nicht braucht, der nimmt seinen Kollegen die Lebensgrundlage!

Der geliebte Mann sagte gerade: "Das spricht mir aus der Seele."

Dienstag, 2. August 2011

Creatissimo - herrlich, kreativ, inspiriert



Ist ja noch ein wenig verfrüht, denn der Erscheinungstermin ist erst für den 8. September angesetzt. Aber ich habe gerade meine 5 Projekte redigiert und korrigiert, die im neuen Buch "Creatissimo - herrlich kreativ inspiriert" veröffentlicht werden. Und darüber freute ich mich und entdeckte, dass man das Buch auch schon vorbestellen kann. Was ich so sah, wird es schön.



Eines dieser 5 ist mein Washed Ashore Armband, für das ich auch in diesem Sommer wieder unendlich viele Plastikteilchen vom Strand sammelte ...



... die ich zum Teil schon auf dem Campingplatz zu Anhängern und Charms verarbeitete ...



... die Armbänder, Ketten und Ohrringe daraus kreiere ich dann in den nächsten Tagen.


Märkte Märkte Märkte



Schon August und beinahe Sommer vor dem Fenster. Das soll mich wohl darauf einstimmen, dass jedes Wochenende dieses Monats auf einem Markt stattfinden wird. Ich bin etwas verunsichert. Denn wie ich ja schon einmal hier schrieb, sitze ich lieber unter meinem Stand als dahinter. Das ist natürlich nicht besonders förderlich für den Verkauf. Dabei finde ich meine Dinge wunderbar. Aber ich mache sie eben lieber, als dass ich sie verkaufe.
So geht es mir übrigens mit allem. Während ich keine Hemmungen habe, mich für die Sachen anderer hysterisch zu begeistern und sie mit Lobhuddeleien zu umwickeln, will mir das mit meinen eigenen Schätzen, meiner Kunst, meinen Ideen, Arbeiten, Büchern und allem anderen nur schwer gelingen. So etwas Dummes. Ich bräuchte einen Manager. Und wenn ich schon dabei bin, mir etwas zu wünschen, wäre auch ein Mäzen etwas Wunderbares. Und vielleicht jemand der aus den 2 alten Koffern vom Sperrmüll 2 praktische und schöne Marktdisplays bauen würde. Und jemand, der .... nun ist es aber gut.

Am 14. August also das Sommerfest in der Wacker Fabrik. Es gibt Musik, Theater, Kunst, den Markt und offene Türen.


Am 20. August ist der Johannesmarkt im Heimatstädtchen, organisiert von der sympathischen Initiative Johannesplatz. Ich bin inzwischen ein großer Fan solcher Bürgerinitiativen. Sie gestalten Lebensraum aktiv und ermöglichen ein Sich-Verorten und -Identifizieren mit seinem Quartier. Und das erhöht die Lebensqualität ungemein.


Bei Juime im Garten findet dann am 21. August unser Sommerverkauf statt. Darauf freue ich mich wirklich. Private kleine Verkaufsevents mit netten Leuten, Häppchen und kalten Getränken in heimeliger Atmosphäre sind einfach richtig schön.



Das Ende der sommerlichen Marktsaison ist der Mädchenflohmarkt in Frankfurt am 28. August. Ich bin gespannt und werde berichten.

Montag, 1. August 2011

Bücher Bücher Bücher



Es gibt Menschen, die lassen sich von einer neuen Idee oder einem neuen Thema, vom neuen Hobby, einer Philosophie oder einem Land dermaßen begeistern, dass sie haltlos kilo- und meterweise Bücher anschleppen. Ich bin so ein Mensch. Diese Bücher lese ich tatsächlich alle, aber dann stehen sie im Regal. Denn ich lese sie kein zweites Mal, nachdem ich mir einige davon zu meinen Nachschlagewerken erklärt habe, in denen ich herum kritzele und die ich schamlos benutze.
Nun sammle ich zwar Bücher, doch im Sinne der Nachhaltigkeit und auch im Sinne der Statik unseres Hauses ist das nicht. Darum habe ich im Sidebar einen kleinen Buchladen eröffnet, den ich immer wieder mit Nachschlagewerken kreativer Art, Bücher über Architektur und Landschaftsplanung, Gartengestaltung und ähnlichem bestücken werde. (Fast ist dies auch wie ein kleiner Faden durch mein Leben. Irgendwie interessant der Gedanke.)
Kommt vorbei, immer mal wieder, und schaut Euch um!

Da fällt mir glatt ein Lied meiner Kindheit ein - zwo, drei, vier:

"In jeder Stadt da steht ein Haus,
das sieht beinahe alltäglich aus.
Doch hat ein riesengroßer Schatz
in diesem Hause seinen Platz.
Und weit geöffnet ist die Tür.
Der Schatz gehört auch Dir und mir.
Kommt mit, kommt mit!
Schaut euch um, schaut euch um!
Denn die ganze Welt
ist in lauter bunten Büchern vor Euch aufgestellt.
Bücher dünn, Bücher dünn,
Bücher dick, Bücher dick -
Kommt riskiert einen Blick!
Ganz bestimmt ist was dabei, was euch gefällt.
Ganz bestimmt ist was dabei, was euch gefällt."

Ich habe gerade das Lied gesucht und nicht gefunden. Schade. Ich kann es aber noch singen. Ebenso, wie das Lied "Wer möchte nicht am Leben bleiben" oder "Der kleine Trompeter", ;-). Ich bin dann mal bei youtube.

Samstag, 30. Juli 2011

Reisen Karten Kunst



Noch ist es Juni, beinahe wäre Sommer, dieses latente Ziehen im Bauch schmerzt akut - Fernweh, was schreibe ich, Fernsucht. Oder: Ich reise gern.
Als ich mich entschied, den steinigen Weg des "Armen Poeten" einzuschlagen, wusste ich, dass dieser mit Verzicht einhergehen würde: keine schicken Kleider, keine elektronischen Spielzeuge, kein "richtiges" Auto, keine Design-Möbel und immer in Sorge, dass irgendetwas kaputt geht. Aber niemals hätte ich auf das Reisen verzichten wollen.
Ich bin gern unterwegs. Ich bin auch (immer öfter) gern im Heimatstädtchen und werde mich nie auf der Webseite der Most Traveld People mit ihren 872 weltweiten zum Reiseziel erklärten Orten registrieren lassen. Aber es gibt viel Schönes und Aufregendes auf diesem Planeten: Orte und Plätze, die ich noch sehen, Menschen, die ich noch treffen, Dinge, die ich noch essen und riechen möchte.



Im Rock Restaurant im indischen Ozean würde ich beispielsweise gern einmal Seafood essen.


Das ist sicher einer der Gründe, warum ich Karten liebe. (In jeder Beziehung, denn nicht nur der Geldmangel ist dafür verantwortlich, dass ich kein sogenanntes Navi habe.)
Schon als Kind betrachtete ich gern Schatzkarten in Büchern und auch heute fühle ich mich solange etwas verloren, bis ich einen Blick auf eine Karte werfen, die Umgebung begreifen und meinen Standort erkennen konnte.






Ich zeichne auch gern Karten. Unvergessen der Seminarausflug während meines Architekturstudiums nach Gemonio / Italien zur Bauaufnahme. Wir schritten mit Maßbändern, Papier und Stiften bewaffnet die Kanten einer alten Villa ab, schätzen Höhen und erzeichneten Winkel. Es war toll.




Ich gucke mir auch sehr gern Karten-Kunst an. They draw & Travel ist beispielsweise eine Gallery, in der Künstler die persönlichen Karten ihres Lieblingsortes einstellen ...



..., so die gestickte Karte der Mecklenburgischen Seenplatte von Anja Rieger.

Ein Streifzug im Handmade-Laden Etsy bringt ebenfalls Einiges zutage. Ich habe mal eine treasury list angelegt. Als kleine Übung, um dieses Ziehen zu übermerken.




Freitag, 29. Juli 2011

Kreiseln für die Nachhaltigkeit


Kein Kleidungsstück ist so "fair" und "öko" wie ein Gebrauchtes. Das gibt es schon, das verbraucht keine Herstellungsenergien mehr, weder die der Natur noch die eines ausgebeuteten Menschen. Darum erfüllt ein Flohmarktkleid den Aspekt Nachhaltigkeit in jeder Beziehung viele Male mehr als ein neues American Apparel T-Shirt (die Firma garantiert faire Herstellungsmethoden) oder ein kratziger Pulli aus dem Bioladen.
Klamotten tauschen, verschenken, verkaufen ist inzwischen ein angesagter Trend, der sogar richtig gut und nicht nur gut gemeint ist.
Im Sommer gibt es Flohmärkte zur Genüge. Aber auch immer mehr andere feine Gelegenheiten laden ein, Teil der consumer revolution gegen sinnentleertes Konsumieren zu werden.

Oxfam motiviert beispielsweise zu Swap it -Parties. Ein paar gute Argumente, warum es sich lohnt, über sein Kaufverhalten einmal nachzudenken (Save a fortune, save the planet!) und es zu ändern, findet man auf deren Seite hier.


Im Heimatstädtchen organisiert der charmante Kulturverein "Zucker" immer wieder Klamottenmärkte mit Getränken und Musik. Der nächste findet, wie es der Zufall will, morgen statt.


Am Schönsten sind natürlich private Events, wie unser "Picknick mit Fummel" letztens und sicher bald wieder.



Aber auch das Netz bietet eine Plattform, die mir auf einen ersten Blick ganz gut gefällt, den "Kleiderkreisel". Den gucke ich mir demnächst einmal genauer an. Spätestens im Winter ist dieses Format sicher eine gute Möglichkeit.



Donnerstag, 28. Juli 2011

Vogelfrei - ein kunstsinniges Ausflugsziel

Ich bin ja nicht so die Spaziergängerin. Wenn ich mich fortbewege, dann hoffe ich entweder Gewicht zu verlieren, einen Schatz zu finden oder nach B zu gelangen. Ähnlich geht es mir mit dem Radfahren. Einfach mal in die Pedale treten, nach rechts und links staunen und ein Liedchen pfeifen, das gelingt mir schwer. Also muss für den Fahrrad-Familien-Ausflug ein Ziel her. Hier ist eines: Das Jagdschloss Kranichstein, in dem sich nicht nur interessante Vitrinen mit ausgestopften Tieren verschiedener Lebensbereiche befinden, ich gucke mir so etwas ja furchtbar gern an, sondern momentan auch die Ausstellung "Vogelfrei 9 - Jäger und Sammler" im Park stattfindet.
Natürlich haben die Exponate der 20 Künstler in der Parkanlage sehr viel Platz. Es hat uns aber allen Spaß gemacht, sie zu betrachten. Es hat übrigens geregnet. Trotzdem.

"Zeichnen von Schalenwild" (Werner Henkel) - sachliche und beinahe unverständliche Fachsprache für "Oh, die armen Bambis".



"Jagen" von Susanne Ruoff ließ sich die Kinder ins Ziel stellen.



"Jagdfieber" von Doro Hülder erinnerte mich von Weitem an Guerilla Knitting im Wald.



"Wundersamste Hirsche" von Waltraut Frese gibt es einige. Sehr spaßig.



Der "Kirschbaum" von Daniel Bräg ist mein Lieblingsobjekt der Ausstellung.



Die "Cloud Areas" von Waltraut Munz hätten Alice und dem verrückten Hutmacher auch gefallen.



"Frischer Fisch?" - Lutz Nevermann. Hm!?



Wo wollen die denn alle hin?


Aha!

"Trophäen" von Claudia Kappenberg und Dorothea Seror