Mittwoch, 20. Oktober 2010

Eintagsladenprotagonisten - Katrin van de Loo


Die zweite Eintagsladenprotagonistin, die sich meinen Fragen stellt ist Katrin van de Loo mit ihrem Label nirtaK






1. Bitte stell Dich kurz vor:


Katrin heiß ich, bin einundreißig Jahre alt, habe einst ein anständiges Handwerk (Raumausstatter) gelernt, war Bühnendekorateurin bei Oper/Theater/Schauspiel und auch Requisiteurin beim Film. Dann musste ich dringend mal was studieren, habe mich für Marketing- und Kommunikationswirtschaft entschieden und bin in diesem Bereich selbstständig – mehr oder weniger ein Schreibtischtäterjob.


2. Was / welche Produkte entwirfst Du und wie heißt Dein Label?


In erster Linie bin ich ein Umfunktionierer. MÜLL ist meine Passion. Es gibt fast nix, das nicht noch ein zweites Leben als Tasche, Täschchen, Wohnaccessoire oder Schmuck verdient hätte. Daher auch der Name meines Labels „nirtak“, also Katrin rückwärts – zweites Namenleben eben.

Seit kurzem verkaufe ich auch meine Ideen und Anleitungen für die, die mal selber was ausprobieren möchten unter dem Label DiDinga.


3. Was inspiriert Dich? Hast Du Design-Vorbilder?


Vorbilder sind die afrikanischen Recyclingkünstler. Wahnsinn, was dort (aber z.B. auch in Lateinamerika) aus vermeintlichem Müll passiert.

Ich gehe mit offenen Augen durch die Gegend, da kommt die Inspiration meist gleich mal kurz auf ein Schwätzchen vorbei. Außerdem wird der Kreis derer, die meine Leidenschaft für Müll kennen immer größer, was zur Folge hat, dass jeder mir ein wenig Abfall von Fernreisen mitbringt. Mein Vater kam vor kurzem mit zwei Pfund leeren Chipstüten und einem Schuhkarton voller Kronkorken aus Australien zurück –welch ein Fest!


4. Beschreibe Deinen kreativen Arbeitsprozess oder -tag:


Ich sammle viele Dinge, manche gezielt, manche erstmal „nur so“ in meiner kleinen Werkstatt. Manchmal habe ich konkrete Vorstellungen von dem, was ich machen will, manchmal belehrt mich die Materialeigenschaft und es kommt am Schluss was ganz anderes heraus. Am Anfang steht oft eine fürchterliche Kritzelzeichnung aus der dann nach und nach Schnittmuster, Maßplänchen u.ä. werden. Meistens brauche ich auch mehrere Anläufe und Versuche, bis das ´rauskommt, was ich will. Bei den Portemonnaies aus alten Musikkassetten z.B., habe ich tagelang getüftelt, zugeschnitten, genäht, wieder von vorne angefangen …


5. Beschreibe Deinen Stil? Was macht Deine Produkte besonders?


Schönschrägschrill und manchmal ein wenig morbid.


6. Wer kauft Deine Dinge und wen machst Du mit Deinen Entwürfen glücklich?


Das ist sehr unterschiedlich. Was auffällig ist, dass die mitgeschleppten Männer auf den Kunsthandwerkermärkten sich oft an meinem Stand tummeln.

(AHA! (Anmerkung der Redaktion))


7. Was ist Dein Ziel / Dein Wunsch / Dein Traum?


Im Moment träume ich von mehr Werkel- und Tüftel-Zeit. Noch mehr Menschen sollten sich vom Einheitsmainstreammassenkonsum loseisen und sich auch trauen, selber kreativ zu werden.


8. Und zum Schluss ein Motto oder ein kluges Wort von Dir:


Alles hat zwei Seiten, irgendwo steckt immer was Gutes drin und (sich) Probieren kommt immernoch vor Studieren!





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