Mittwoch, 7. Mai 2014

Wildes Grün – Brennnessel- und Meldespinat mit Sonnenblumenkernen

Mit zehn, elf Jahren war meine Tochter ein Waldmädchen. Krabbelte durchs Unterholz, baute Hütten, erkundete alles, wäre wohl am liebsten auch dorthin gezogen. Eines Tages kam sie nach Hause, zog einige zerdrückte Pflanzenreste aus der Hosentasche und meinte kauend: "Mama, das ist doch Sauerklee, oder? Davon habe ich ganz viel gegessen." Oh, Himmel!
Dabei ist das doch bestimmt etwas Genetisches. Ich finde es nämlich ebenfalls einfach schön, durch die Natur zu streifen und Essen zu sammeln. Da ich nicht mit Pfeil und Bogen oder anderen Fallen losziehe, bezieht sich das auf das Wilde Grün.
Im letzten Jahr schenkte mir meine liebe Frau Mama das Buch "Wildes Grün" von Diane Dittmer, Anke Schütz und Krisztina Zombori. Eine hübsche Einführung in das Kochen mit Wildkräutern. Außerdem sieht man schön, welche der Pflanzen am Weges- und Waldrand man verspeisen kann.


Vor einiger Zeit aß ich im Prinzessinnengarten in Berlin Pasta mit Brennnesseln. Immer danach wollte ich auch einmal etwas damit zubereiten.
Als ich am letzten Donnerstag meinen Saisongarten übernahm, war der völlig von Unkraut, ähm, Wildkräutern überwuchert. Hauptsächlich von Melde, deren Blätter nach jungen Erbsen schmecken. Am ersten Tag machte ich einen Salat daraus. Lecker. Am Tag darauf nahm ich Handschuhe mit und schnitt zusätzlich ein dickes Bund Brennnesselspitzen.


Spinat aus Brennnessel, Melde, Pflückmangold und -spinat

Man braucht:
je einen großen Teil (etwa zwei bis drei Handvoll) Blätter der Melde, der Brennnessel, von Spinat und Mangold / Olivenöl / Sahne / Pfeffer / Salz / Muskat / Sonnenblumenkerne

So geht´s:
Sonnenblumenkerne in einer Pfanne (ohne Öl) rösten.
Alle Blätter gut waschen (Handschuhe!) und abtropfen lassen.
In einem großen Topf das Öl erwärmen. Die Blätter zugeben, umrühren, Deckel drauf. Nach etwa 7 bis 10 Minuten ist alles zu einem Spinat zusammengefallen. Salzen. Pfeffern. Mit Muskat abschmecken und einen guten Schuss Sahne zugeben.
Auf dem Teller mit Sonnenblumenkernen bestreuen. Dazu junge Kartoffeln und (für die Fleischesser) knusprig gebratene Hähnchenbruststücke. Guten Appetit!

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