Freitag, 16. Oktober 2015

Fernsehdreh auf der Buchmesse 2016

Es gibt Momente, da schaut man sich im Spiegel an und denkt: "Hey Baby, du siehst ja toll aus!" Dann putzt man sich die Zähne und geht allein ins Bett.
Und dann gibt es jene, da hängte man lieber ein Handtuch zwischen sich und sein Abbild. Nun ja, die sind dann oft der Morgen von Tagen, an denen man meistens etwas sehr sehr Wichtiges in aller Öffentlichkeit vorhat. Zum Beispiel einen kleinen Fernsehdreh auf der Buchmesse. Leider bin ich keine Kamerafrau.
Doch das Leben ist immer und immer wieder unglaublich. Ich hatte mich also drei Mal umgezogen, war völlig hin und her gerissen zwischen elegant (nun ja), verspielt (so als Kinderbuchautorin doch völlig legitim, oder?), sexy (toller Witz) und lässig. Es wurde dann das Lieblingskleid, das eigentlich in die Wäsche gehört hätte. Und wisst Ihr was? Es war gar nicht wichtig. Ich habe auf der Messe sehr nette Leute und Kollegen getroffen, den Fernsehdreh absolviert, einige Verlagsgespräche geführt und mich abends auf der legendären Fischerparty zwischen lauter berühmten Leuten etwas betrunken. Es wäre völlig egal gewesen, was ich dabei trug. Obwohl. Drei Leute meinten, ich hätte ein schönes Kleid an.

Morgens halb elf am Fischer Verlag-Stand voller ehrwürdiger und berühmter Autoren. Das Fernsehen kommt also. Meinetwegen (sic).
"Hallo, ich bin die Kamerafrau. Du kennst mich nicht, aber ich dich." (Ein gemeinsamer Freund brach das sowieso nicht vorhandene Eis. Wir lachen sofort.)
"Ach, das ist toll, Sie sind ja eine richtig fröhliche Frau, die so strahlend lacht. Das müssen wir unbedingt mit der Kamera einfangen."


"Ein Kleid mit Fischen drauf. Wie passend."
"Ähm, diese Frisur, also, sollte ich mich vielleicht noch mal kämmen?"
"Die Frisur ist doch toll." (Ach, ja?)
"So wir räumen das hier mal alles, alles weg, und das hier auch noch, und dann arrangieren wir viele Ihrer Bücher darauf und dann läufst du in weiten Kreisen um Frau Herden herum." (Viele Male. Erwähnte ich die echten Stars im Hintergr.... ähm, am Stand? Es war mir alles etwas peinlich.)


"Wie viel wiegt denn diese Kamera?"
"12 Kilogramm."
"Und jetzt noch mal so."
"Nun von links."
"Vielleicht noch mal von rechts."
"Und noch mal von hinten."
"Mach das noch mal mit dem Blättern."
15 Minuten Stromausfall.


"Und jetzt machen Sie doch mal etwas, was Sie immer so am Messestand Ihres Verlags machen."
"Ähm, ... rumsitzen, ausruhen, Kaffee trinken?!
"Nein, mit Ihrer Lektorin."
"Nun ja ... rumsitzen, ausruhen, Kaffee trinken und dabei lachen?"
"Spielen Sie doch einfach mal eine nette Szene zusammen."
"Damit hatte ich nicht gerechnet, dass ich heute fürs Fernsehen gefilmt werde."
"Kann man uns hören, oder können wir Quatsch reden?"

Nach einer guten Stunde waren die 1,5 Minuten Sendezeit im Kasten. hr Fernsehen, Hessenschau kompakt

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