Freitag, 7. September 2012

Der Frage-Foto-Freitag

Wir waren gerade bei Ikea. Das Söhnchen ist alt genug für ein GroßeJungsZimmer, da muss das Hochbett raus. Dementsprechend beantworten heute Bilder aus dem schwedischen Möbelhaus Steffis Freitags-Fragen.

1. Ein Gefühl?


2. Neu?


...hätte eigentlich der Katalog sein müssen. Doch es gab noch keinen. Darum hier der Link zum schwedischen Ikea Blog Livet Hemma mit netten Bildern und Ideen.

3. Was hilft immer?


... Sirup einkochen. Das beruhigt Nerven und Gemüt ... und schmeckt. Beispielsweise Chili-Brombeer-Sirup.

4. Gesagt: "Süüüüß!"?


Könnte man kuschelig waschen und dann etwas Nettes draus nähen. Oder auch einfach sein Geschirr mit abtrocknen.

5. Gedacht: "Wow!"?


Okay, nicht bei Ikea. Aber am Dienstag im Hugenottenhaus auf der dOCUMENTA – für mich, das überzeugendste Werk in Kassel. Einen Film dazu gibt es hier.

Donnerstag, 6. September 2012

Beauty is where you find it # 30/12 – diesmal als Basteltipp

Bring in the Greens – ist Nics heutiges fotografisches Thema. Das habe ich gestern jedoch ganz real getan.


Wir waren im Wald mal nach den Pilzen schauen. Die hat das aber nicht interessiert, sie waren nicht da, es ist eben viel zu trocken. Ich konnte jedoch nicht widerstehen und musste mir einfach ein paar der wunderbaren Mooskissen mit (hinein) nehmen, die überall aus dem Boden lugten. Daraus kann man nämlich prima etwas Nettes arrangieren.


Zum Beispiel kleine Szenerien. Dazu einfach ein hübsches Gefäß nehmen, das Mooskissen dekorativ hinein setzen und in der Krimskrams-Kiste oder im Kinderzimmer kleine Figuren finden und darauf festkleben (am besten mit der Heißklebepistole). Ich fand einen Hund (eine alte Margarine-Figur aus den 50er Jahren), einen Modellbaubaum und einen High Heel von Polly Pocket.
Die Geschichte dazu kann sich nun jeder selber erzählen.

Mittwoch, 5. September 2012

dOCUMENTA Karlsaue – ein Kammerspiel

Am 17. September sind die 100 Tage dOCUMENTA rum. Noch wäre also Zeit nach Kassel zur großen Kunstausstellung zu fahren. Es lohnt.


Den ersten Tag verbrachten wir in der Karlsaue. Um die 50 Werke stehen im schönen barocken Park.
Alle großen Magazine haben die Kunst besprochen, das muss ich nicht auch noch tun. Also spitzte ich die Ohren und erhaschte, was um mich herum gesprochen wurde. Es machte, ehrlich gesagt, unermesslichen Spaß.
(Wer es genauer wissen möchte, findet jeweils hinter dem Künstlernamen einen interessanten Link.)

Issa Samb (# 157)

Zwei alte Damen:
"Das ist also Kunst." 
"Schön bunt ist es ja."
Ein älterer Herr, so vor sich hin:
"Auch interessant – diese Holzkalebassen."

Zwei ältere Damen auf dem Weg kurz vor dem nächsten Werk:
"Ich seh nix, bin ich blöde? ... Ach, da!"
"Das ist Kunst."
"Das NENNEN die Kunst."

Camp (# 36)

Ein Herr, so vor sich hin:
"DAS ist ein schönes Bild."

Anri Sala (# 155)

Ein älteres Paar:
Sie: "Da weißte einfach nich: is das nach vorn oder nach hinten jebogen."
Er: "Das ist doch gar nicht gebogen."
Sie: "Na, doch ist das jebogen – wie ein Springbogen."

Gareth Moore (# 120)

Eine irritierte Dame, nachdem sie versuchte das englische Schild zu verstehen:
"Und was soll ich jetzt da machen?"
Ein vorbeilaufender Herr: "Da steht man erst mal lange an. Das kann man da machen."
Dame: "Ist das jetzt offen? Oder gelten diese Öffnungszeiten?"
Ihr Mann: "Guck, da gehen doch alle rein."
Ein junges empörtes Mädchen: "Ey, da muss man sein Handy abgeben. Die spinnen doch. Ich geb doch nich mein Handy ab!"

Shinro Ohtake (# 127)

Ältere Dame zu ihrem schweigsamen Mann: "Guck mal, was der sich für eine Arbeit gemacht hat. Und so Collagen sind auch nicht so einfach. Und dann klingelts zwischendurch."
Mann: "Das sollen die Fahrradklingeln sein."
Jemand neben dran: "ABSOLUT – würde ich sagen."
Die ältere Dame: "Der hat sich bestimmt was dabei gedacht."
Ein anderes Paar:
Sie: "Guck mal, da sind Netze im Baum aufgehängt und lauter Boote bis in die Spitze. An was erinnert dich das?"
Er: "Die Arche Noah."
Eine ältere Dame zu ihrer Freundin: "Das soll ja der Bread Pitt gekauft haben. Stand in der Zeitung."

Irgendwo zwischendrin – eine Frau zu ihrem Mann: "Du hast noch gesagt, das ist das. Nein, das ist das andere, hab ich gesagt."

Pierre Huyghe (# 83)

Älteres Paar im Bereich der Erd- und Splitthaufen, der geschichteten Platten und den dazwischen wachsenden Stimmulanzien (die sie aber gar nicht erkannten):
Er: "Der Gipfel vom Zipfel!"
Sie (völlig sprachlos): "Also, das ... also, das ... also, das ...."
Er: "...  musst du dokumentieren, stimmt´s?"
Sie: "Das glaubt mir sonst keiner."
Er: "Da muss man erst nach Kassel kommen, um zu verstehen, dass sowas Kunst ist." (lacht)
Ein junges Paar:
"Das gibt es ja gar nicht! Sind die echt? Ob man da noch was ernten kann?"
Bei der Bienenskulptur:
"Da gab es mal eine Folge bei den Simpsons. Da hatte Lisa auch so einen Bienenschwarm am Kopf. Das hat der doch da abgeguckt!"
Paar:
Er: "Willstes noch mal von hinten sehen?"
Sie: "Nö."

Sam Durant (# 53)

"Also, dann lieber doch Guillotine."

e-flux (# 174)

Frau in der Warteschlange, so vor sich hin: 
"Also, das scheinen doch echte zu sein ... irgendwo rausgeschnitten vielleicht ... da will jemand Sprachunterricht haben ... also, sehr authentisch."

Song Dong (# 165)

Omi zu ihrer Enkelin:
"Das ist Rizinus, das haben wir auch im Garten ... und das hier wächst ja überall am Fuldaufer ... (sieht plötzlich die chinesischen Schriftzeichen) ... Und was ist das da? Bestimmt so eine Vermessungsstelle für irgendwas."


Jemand: "Anregend, gell?"
Kleiner Junge, vor Aufregung schreiend: "Jetzt ist sie endlich mit dem Bild fertig! (Aborigines-Frau punktet weiter) ... ach, nee ... doch noch nicht."


Eine Frau: "Hach, ist das schön!"
Ein Mann: "Ganz schwer fotografierbar."
Ein Mann zu seiner Frau: "Siehst du das? Das ist der gleiche Effekt wie an der Küste."
Ein Mann: "Gar nicht so schlecht ...(im Hintergrund hatten sich einige Straßenmusiker aufgebaut) ... Aber die Musik ist zu kitschig."


Mann zu seiner (die Kamera zückenden) Frau: "Das wirst du fotografisch nicht festhalten können, dass das ein Bronzehohlguss ist ... Der hat also einen echten Baum eingegossen. Und dann ... ja, wie hat er den da wieder rausgekriegt? ... halbiert wahrscheinlich ... ja, und dann, was hast du dann? ... Einen realistischen Abguss vom Baum."
Eine andere Frau fasst an die Rinde: "Der ist warm und ein richtiger Baum wird ja niemals warm."
Ein Paar:
Sie: "Die haben mir gesagt, der ist nicht echt."
Er: "Aber ein echter Flusskiesel."
Sie: "Ein Kiesel?"

Ich danke allen Beteiligten!
Wir übernachteten übrigens hier:

Samstag, 1. September 2012

Ein wunderbarer Pflaumenkuchen


Wir fahren morgen nach Kassel zur documenta. Aber morgen öffnet auch unser KaufLaden seine Tür und dafür backte ich noch schnell einen Kuchen. Okay, richtig schnell geht dieser Pflaumenkuchen nicht, aber das macht nichts. Dafür ist er köstlich! Ich habe gerade mal ein kleines Stück probiert.


Den Friesischen Pflaumenstreifen entdeckte ich im Magazin "Lecker Bakery". A propos: Ein tolles Heft!!! 
Vielleicht mag ihn jemand kosten? So macht man ihn:


Der Teig:
250 g Mehl, 1 Msp. Backpulver, 1 Päckchen Vanille Zucker, 25 g Zucker, eine Prise Salz, 150 g saure Sahne, 150 g kalte Butter
(Da ich keine saure Sahne im Haus hatte, habe ich Sahnejoghurt verwendet. Ich benutze auch keinen Vanillezucker, weil ich mit einer tollen Vanilla Bean Paste backe und koche. Die ist zwar nicht ganz billig, aber sehr vielseitig und lecker.)
Alle Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten. Am besten mit den Händen. Das klappt besser und fühlt sich auch viel echter an. Den Teig für ein Stündchen in den Kühlschrank legen.


600 g Pflaumen oder Zwetschken halbieren und entkernen.


Die Streusel:
1 Eigelb, 100 g Mehl, 40 g Zucker (ich nahm etwas mehr (100g), ich mag es süß und meine Pflaumen sahen so sauer aus), 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz und 50 g weiche Butter
Alles mit den Händen zu Streuseln verkneten.


Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Teig auf die Größe eines Backblechs ausrollen.
(Okay, ich kriege das nie hin. Ich habe stattdessen den Teig einfach mit den Händen auf das Backblech gedrückt.)
Den Teig 10 Minuten backen.
Darauf dick Pflaumenmus verteilen, auf das Mus die halben Früchte legen und zum Schluss die Streusel drüber streuen. Das Ganze noch einmal 20 Minuten backen. Fertig! Lecker!

Good Bye – Cage&Cola und StageCage

Mit erotischen Texten, gelesen von Nadja und Max vom Theaterlabor, und Ramazzotti gingen sie zu Ende die zwei Monate Stage Cage und Cage&Cola. Wir wussten ja, dass das Ganze nur temporär einen Sommer lang laufen würde und doch – es ist traurig.
Besonders die Festival-Bar im alten Kiosk am ehemaligen Pavillon des Verkehrsamtes mit ihrem verträumten Biergarten war mir ans Herz gewachsen. Obwohl ich die imposante Eröffnung ...


... und die ersten sechs Wochen gar nicht miterleben konnte, da wir in den Ferien waren, genügten die letzten drei Wochen, um diesen Ort zu einem Lieblingsort des Sommers werden zu lassen. Musik, Literatur, Theater, Vorträge, Party, Ausstellungen, Kunstaktionen – heute ist also Schluss. Schade. 


(Man munkelt, im nächsten Jahr würde er zu neuem Leben erweckt werden. Es bleibt also Hoffnung.)

Freitag, 31. August 2012

Der Frage-Foto-Freitag

Himmel, schon wieder Freitag ... so wie sonst auch: Steffis Fragen.

Wo warst Du letztes Wochenende?


TRUNK SHOW und ReiseKiosk

Gefühlszustand?


Lässt sich ja oft nicht vom Körperzustand trennen ... verschnupft.

Was soll lieber niemand wissen?



Schöner Spruch?


... letztens in Aberdeen gesehen ... ha, letztens, das ist schon wieder 3 Wochen her!

Das beste Eis?


Für immer und ewig: Moskauer Sahneeis.
Gab es früher im gleichen Block und im gleichen Wachspapier wie Butter. Einmal verwechselte ich es  und biss herzhaft hinein. Ich konnte noch nicht lesen und meine Omi hatte das Stück ausgepackt, damit es ein wenig weicher werden möge.

Donnerstag, 30. August 2012

6. Internationaler Waldkunstpfad – mehr als ein netter Sonntagsspaziergang


Auch wenn ich gern in der Ferne schweife, bin ich immer ganz gerührt, wenn die Ferne ins Heimatstädtchen kommt – beispielsweise zu Ausstellungen. Wie zu dem alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Waldkunstpfad. Zum sechsten Mal kann man den in diesem Sommer neu entdecken. Noch bis zum 30. September (und danach eben die Werke, die da bleiben). Alle Infos, auch zu den Öffnungszeiten der Infobude und der angebotenen Workshops, findet man hier.
2,6 Kilometer lang ist der Rundweg um und über die Ludwigshöhe und mit bisher 20 verbliebenden Kunstwerken der Vorjahre bestückt.
18 Künstler ergänzen den Weg in diesem Jahr mit ihrer Kunst. "Realität und Romantik" ist das Motto – gesucht wird das Verhältnis zwischen der romantischen Idee des Waldes und seinen gegebenen Bedingungen.
Einige Impressionen von mir:


Das "Forest House" von Joan Backes steht noch vom letzten Mal und lädt Kinder (und auch Erwachsene) ein Hexe zu spielen.
Das Haus-Motiv taucht auch in diesem Jahr mehrfach auf: beispielsweise in "Versteckte Kinder" von Laurie Beth Clark oder in "Retourn 13 – Where do we go?" von Akatsuki Harada


Jedes Jahr wieder spannend: die Kunst am Goetheteich: "Melusine" von Dorothea Seror


Kunst im und am Baum: Sarah FitzSimons "Forest Line" / Istvan Eröss "Fellbaum" / Attila Pokorny "Contact between the Trees"


Kunst und Klang im Turm: Helga Griffiths "Tower of Immersion"


Farbe auf Rinde: Mirko Canesi "Fall and Rising"/ und vielleicht ein Waldarbeiter (?) "Cut Here"


mein Favorit: Wiktor Szostalo "Tree Huggers" – das Hauptstück steht jedoch nicht im Wald sondern auf der Mathildenhöhe und besteht aus 17 Figuren an einem Baum. "Tree Huggers – the last tree – long line". Oh, man, der Name sagt alles. Mir wären fast die Tränen gekommen. Geht auch da hin und lasst Euch berühren!


Auch schön: sozusagen echte Tree Huggers im doppelten Wortsinn – ganz und gar von der Natur kreiert.

Beauty is where you find it # 29/12

Fotos von oder in Candy colors – Bonbonfarben – erfragt Nic heute. Da fielen mir sofort die Garnrollen der wunderbaren Nähkünstlerin Dina Rautenberg ein. Die hatte ich zwar schon vor einer Weile fotografiert, jedoch wurde das Bild gerade noch einmal verwendet – im FRATZ Familienmagazin, als einer der Begleiter meines Handmade Artikels.


Und da ich dem Söhnchen gestern gerade das literarische Stilmittel "Metapher" erklären musste, kommt hier noch ein Bild, ein metaphorisches, denn eigentlich sieht man gar keine Bonbonfarben. Es lässt mich aber so was von an candy colors denken, dass ich tatsächlich den furchtbaren Passus "aber so was von" verwenden muss.

Mittwoch, 29. August 2012

Bepflanzte Fassade

In Gig Habour entdeckte ich eine tolle bepflanzte Wand an einer Hausfassade.
(Gleich stellte ich das Töchterchen mal dazu, um einige Fotos zu schießen. Die anderen Pflänzchen brauchen noch etwas, bis sie ein Bild füllen.)
In Filztaschen waren hübsche Pflanzen (zum größten Teil Sukkulenten) mit etwas Erde gesteckt worden.


Die Bewässerung erfolgte wohl durch ein Röhrensystem von hinten. Der Filz verteilt das Wasser ja gleichmässig wie ein Schwamm. Oder vielleicht goss jemand jeden Morgen von oben? Vielleicht genügte auch der Nebel, der im Evergreen State so oft in der Luft liegt? Vielleicht darum die Sukkulenten, die ja nicht so viel Wasser brauchen.


Wahrscheinlich funktioniert das Ganze ähnlich der "vertical gardens" des franösischen Gartendesigners Patrick Blanc, der beispielsweise auch die Galerie Lafayette in Berlin vertikal bepflanzte.


Dazu hat Blanc in Metallrahmen wasserdichte PVC-Platten gehängt auf die der Filz befestigt war. Dahinter verlaufen die Bewässerungsrohre.

Dienstag, 28. August 2012

Kinderkofferklänge



Am Sonntag kamen sie zu uns aus Hamburg – und ich war begeistert. Die netten Jungs der "Kinderkofferklänge" trafen mit ihren tollen Soundsystemen mitten ins Herz.

auf unserer TRUNK SHOW

Das sagen sie selber dazu:

"Wir setzen deine Soundträume in die Tat um. Ehemalige Kinderkoffer und andere Unikate bauen wir zu mobilen Soundsystemen um, die sich mit allen Wassern gewaschen haben. Die Lautsprecher selbst starten ihre zweite Karriere in den portablen Kunstwerken, denn sie werden aus Heimanlagen recycelt, technisch überprüft, auf Hochglanz gebracht und wieder verbaut. Dadurch erhält jeder
Koffer seinen eigenen individuellen Sound und wird zum Unikat. Zudem sind die Dekore der einzelnen Akustikkunstwerke alle unterschiedlich gestaltet, so dass es kein zweites davon geben kann! Pro Koffer sind 10 Batterien enthalten, die selbst auszutauschen sind und mindestens 13 Stunden lang halten – ein kleines Kraftwerk also! Dein Gerät, wie MP3-Player oder Smartphone, mitsamt deiner Lieblingsmusik lässt sich ganz einfach über einen Klinkenstecker anschließen und auch laut genießen."

also, der wäre ja fast meiner geworden

Natürlich kann man auch den eigenen Kindheitskoffer schicken und umbauen lassen. Und wer möchte, bekommt auch einen Klinkenstecker für ein Netzteil dazu. Zuhause lassen sich die niedlichen Koffer-Musik-Systeme nämlich auch prima aufstellen. Ab 139 Euro. Einfach mal hier vorbeigucken oder E-Mail schreiben an: f.u.c.k.h.a.c.k@liebt-dich.info

die sind tatsächlich im Heimatstädtchen geblieben, ich weiß auch, wem sie nun gehören, ;-)